Auf den Spuren der Kelten

Auf den Spuren der Kelten

26 Ziele

Die Kelten haben keine Geschichtsschreibung hinterlassen. Was wir über sie wissen, stammt aus zwei Quellen: von ihren Gegnern — Caesar, Poseidonios, Livius — und aus dem Boden. Diese Strecke folgt der zweiten.

Die Latènezeit beginnt um 450 vor Christus und endet mit der römischen Eroberung. Benannt ist sie nach einer Fundstelle am Neuenburgersee, wo im 19. Jahrhundert Waffen und Gerät aus dem Wasser kamen. Ihr geht die Hallstattzeit voraus, benannt nach dem Salzbergwerk im Salzkammergut — dort, wo der Reichtum herkam, der die Fürstensitze überhaupt erst möglich machte.

Ab dem zweiten Jahrhundert vor Christus entstehen befestigte Großsiedlungen, die man ohne Übertreibung Städte nennen kann. Manching bei Ingolstadt umfasste 380 Hektar hinter einer sieben Kilometer langen Mauer, mit Werkstätten, Münzprägung und Fernhandel bis ans Mittelmeer. Bibracte im Burgund war die Hauptstadt der Häduer; hier ließ sich Vercingetorix zum Anführer des Aufstands ausrufen. Alesia, ein Tagesmarsch entfernt, ist der Ort, an dem derselbe Aufstand endete — Caesars Doppelwall um die Belagerten gilt als Meisterstück antiker Ingenieurskunst und als Ende der keltischen Unabhängigkeit in Gallien.

Was an Kunst und Reichtum blieb, kam aus Gräbern. Die Grabstätte von Vix barg den größten bekannten Bronzekrater der Antike, 1,64 Meter hoch, 208 Liter, griechische Arbeit im Burgund — ein Beleg für Handelswege, die man den Kelten lange nicht zugetraut hat. Der Keltengrabhügel von Hochdorf enthielt einen Mann auf einer bronzenen Liege, mit Goldschmuck an Hals, Armen und Schuhen. Das Waldalgesheimer Wagengrab gab einem ganzen Kunststil seinen Namen.

Die Viereckschanzen — quadratische Wallanlagen, oft mitten im Wald — hat man lange für Kultplätze gehalten, dann für Gehöfte; sicher ist es bis heute nicht. Der Glauberg in Hessen lieferte eine lebensgroße Sandsteinfigur mit Blattkrone, deren Bedeutung niemand kennt. Am Magdalensberg in Kärnten liegt eine Stadt, die vom keltischen Königreich Noricum zur römischen Provinzhauptstadt wurde — der Übergang selbst, in einer Fundstelle.

Das Keltenmuseum Hallein zeigt die Funde vom Dürrnberg, wo Salz denselben Wohlstand schuf wie in Hallstatt. Die Keltenwelt Frög und das Steinsburgmuseum stellen die Landschaft dazu.

Alle Ziele auf der Karte
Oppidum von Manching

Oppidum von Manching

Manching

Bibracte

Bibracte

Larochemillay

Alesia

Alesia

Alise-Sainte-Reine

Glauberg

Glauberg

Hessen

Vindonissa, keltisches Oppidum / römisches Legionslager / Zivilsiedlung

Vindonissa, keltisches Oppidum / römisches Legionslager / Zivilsiedlung

Windisch

Fryburg, spätlatènezeitliches Oppidum

Fryburg, spätlatènezeitliches Oppidum

Roggwil

Heidengraben

Heidengraben

Baden-Württemberg

Donnersberg

Donnersberg

Donnersbergkreis

Große Heuneburg (Upflamör)

Große Heuneburg (Upflamör)

Zwiefalten

Ringwallanlage Dünsberg

Ringwallanlage Dünsberg

Regierungsbezirk Gießen