Chyše liegt im böhmischen Nordwesten, eingebettet in die sanften Hügel des Žluticka vrchovina. Der Ort wird vom Fluss Střela durchzogen, der sich acht Kilometer nordöstlich mit der Stadt Žlutice verbindet. Die Landschaft ist geprägt von bewaldeten Kuppen und weiten Tälern, die dem Ort eine ruhige, ländliche Atmosphäre verleihen.
Erstmals taucht Chyše im Jahr 1169 in historischen Aufzeichnungen auf, als ein wichtiger Rastplatz am Handelsweg von Prag nach Cheb diente. Im Mittelalter festigte sich seine Rolle als Handelsort, bis es 1475 zu einem befestigten Städtchen erhoben wurde. Burian von Gutstein-Vrtba ließ Ende des 15. Jahrhunderts die Burg ausbauen und gründete ein Kloster mit der Kirche der Jungfrau Maria. Später wechselten die Besitzer mehrfach, darunter die Adelsfamilien Lobkowitz und Krakovský von Kolowrat, die das heutige Schloss errichten ließen.
Heute beeindruckt Chyše mit seinem Renaissance-Schloss aus dem 16. Jahrhundert und der ehemaligen Klosterkirche, die nach der Aufhebung des Karmelitenklosters zur Pfarrkirche wurde. Die barocke Kapelle des Heiligen Johann Nepomuk und die Ruine der Synagoge erinnern an die wechselvolle Geschichte des Ortes. Ein besonderes Ereignis ist das jährliche Mikronationale Gipfeltreffen, das seit 2022 internationale Vertreter nicht anerkannter Staaten auf Schloss Chyše zusammenbringt.