Dresden
17 Ziele
Der Zwinger öffnet die Pracht des barocken Dresden, ein Bau, der zwischen 1711 und 1728 unter August dem Starken entstand und bis heute das Herz der Stadt prägt. Seine symmetrischen Gänge und prunkvollen Säle führen zu Schatzkammern wie der Porzellansammlung oder dem Mathematisch-Physikalischen Salon, während die Sempergalerie mit Meisterwerken der Alten Meister glänzt. Gleich gegenüber thront das Residenzschloss, dessen Renaissancefassaden und rekonstruierte Innenräume wie das Grüne Gewölbe von der Macht der sächsischen Kurfürsten erzählen. Der Goldene Reiter auf dem Neustädter Markt wacht als bronzenes Symbol über die Altstadt und erinnert an den prunkliebenden Monarchen, dessen Titel als polnischer König in lateinischen Inschriften verewigt sind.
Barocke Pracht im Zwinger
Der Zwinger ist mehr als ein Bauwerk – er ist ein Manifest des Dresdner Barock, errichtet unter Friedrich August I. und gestaltet von Pöppelmann und Permoser. Seine Vierflügelanlage umschließt den Theaterplatz und verbindet sich mit der Semperoper, während die Sempergalerie im Inneren Werke alter Meister zeigt. Die Porzellansammlung füllt den Südflügel mit über 20.000 Stücken, darunter die berühmten Dragonervasen aus China. Im Mathematisch-Physikalischen Salon finden sich historische Instrumente wie die Weltzeituhr und Brennspiegel, die Augusts wissenschaftliche Neugier belegen. Die Bogengalerie führt durch die Geschichte der mechanischen Uhr, während die Erweiterte Langgalerie den Blick auf die Elbe freigibt.
Macht und Pracht im Residenzschloss
Das Residenzschloss Dresden entstand ab 1548 im Renaissancestil und wurde nach Kriegszerstörungen ab 1986 wiederaufgebaut. Sein Riesensaal, fast 60 Meter lang, diente als Festsaal der Kurfürsten, während das Grüne Gewölbe mit über 4000 Juwelen und Schmuckstücken beeindruckt. Die Schlosskapelle wurde nach 1988 rekonstruiert, und der Hausmannsturm, einst der höchste der Stadt, thront wieder über dem Schlosshof. Im Kupferstich-Kabinett lagern über 500.000 Zeichnungen und Drucke, darunter Werke von Dürer und Rembrandt. Die Rüstkammer zeigt in 121 Vitrinen Prunkwaffen und osmanische Schätze, darunter das Zelt aus dem Zeithainer Lustlager.
Augusts Denkmal auf dem Neustädter Markt
Der Goldene Reiter steht seit 1736 auf dem Neustädter Markt und zeigt August den Starken als römischen Kaiser auf einem aufbäumenden Pferd. Die Statue, aus Kupfer feuervergoldet, war ursprünglich für den Ehrenhof einer Residenz gedacht, doch ihr Platz wurde der Neustädter Markt. Umgeben von der Inneren Neustadt markiert sie die Mittelachse der Hauptstraße und trägt lateinische Inschriften, die den Kurfürsten und seine Titel preisen. Nach Kriegszerstörung und mehrfacher Restaurierung glänzt sie seit 2003 wieder mit 500 Gramm Blattgold. Im Sommer 2011 beschädigt, wurde sie erneut instand gesetzt und bleibt ein Wahrzeichen der Stadt.
Schätze aus Porzellan und Kupfer
Die Porzellansammlung im Zwinger entstand 1715 durch August den Starken und zeigt heute rund 20.000 Objekte aus China, Japan und Meißen. Die Dragonervasen und Meißner Figuren sind weltberühmt, während im Japanischen Palais seit 1786 die Sächsische Landesbibliothek residiert. Das Kupferstich-Kabinett im Residenzschloss birgt über 500.000 Blätter, darunter Zeichnungen von Caspar David Friedrich. Wechselnde Ausstellungen präsentieren bis zu 200 Werke, während der Studiensaal Originale für Forscher bereithält. Die Türckische Cammer in der Rüstkammer zeigt osmanische Kunst, darunter acht Holzpferde und ein riesiges Dreimastzelt aus dem Jahr 1729.
Wissenschaft und Hygiene im Wandel
Das Deutsche Hygiene-Museum entstand 1912 und verbindet seit 1930 Wissenschaft mit Gesellschaft in einem neoklassizistischen Bau. Die Dauerausstellung „Abenteuer Mensch“ führt durch sieben Themenbereiche und zeigt den Gläsernen Menschen als zentrales Exponat. Wechselnde Sonderausstellungen behandeln Körperwissen und Gesundheit, während das Tagungszentrum Vorträge und Lesungen beherbergt. Das Münzkabinett im Residenzschloss dokumentiert 300.000 Münzen, Medaillen und Siegel von der Antike bis heute. Vier Bereiche gliedern die Ausstellung, darunter „Bergbau und Münzprägung in Sachsen“.
Elbschlösser und Panoramen
Schloss Albrechtsberg, eines der drei Elbschlösser, entstand 1850 bis 1854 für Prinz Albrecht von Preußen und folgt dem Stil Karl Friedrich Schinkels. Der Kronensaal und die Roten Salons zeigen spätklassizistischen Prunk, während der Garten Blick auf die Elbe bietet. Das Panometer Dresden nutzt einen alten Gasometer für 360-Grad-Panoramen, darunter „Dresden im Barock“ und „Dresden 1945“. Seit 2024 zeigt „Amazonien“ tropische Regenwälder in monumentalen Bildern. Die Ausstellungen verbinden historische Quellen mit künstlerischer Interpretation und bieten Einblicke in vergangene Epochen.
Theater und Landschaft
Das Staatsschauspiel Dresden betreibt das Schauspielhaus an der Ostra-Allee und das Kleine Haus in der Bürgerbühne. Das Schauspielhaus, im Neobarock und Jugendstil erbaut, wurde nach Kriegszerstörungen wiederaufgebaut und bietet Platz für 210.000 Besucher pro Spielzeit. Der Elbtalkessel erstreckt sich über 45 Kilometer zwischen Pirna und Meißen und prägt mit seinem Klima Obst- und Weinbau. Die Region, 2004 bis 2009 UNESCO-Weltkulturerbe, zeigt eine von der Elbe geformte Landschaft mit fruchtbaren Böden und historischen Städten wie Radebeul und Coswig.
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