Silbertal liegt versteckt im westlichsten Bundesland Österreichs, eingebettet in die Verwallgruppe. Das Tal wird von der Litz durchflossen, einem Nebenfluss der Ill, und erstreckt sich weit nach Osten bis zum Silbertaler Winterjöchle, einem Übergang in das benachbarte Tirol. Die Landschaft ist geprägt von Wäldern, die etwa ein Drittel der Fläche einnehmen, und ausgedehnten Alpen, die über ein Drittel ausmachen. Der höchste Punkt im Gemeindegebiet ist die Südliche Pflunspitze mit fast 2900 Metern. Über dem Ort thront die markante Silbertaler Lobspitze.
Der Name des Tals verrät seine Vergangenheit: Schon vor über tausend Jahren wurde hier Bergbau betrieben, zunächst nach Silber, Kupfer und Eisen. Bis ins 17. Jahrhundert hieß das Gebiet „Silberberg“. Die ersten Siedler waren Walser, die zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert aus dem Wallis einwanderten. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Silbertal 1319, und die Weihe einer Kapelle 1332 durch die Walser belegt ihre frühe Präsenz. Der Bergbau erlebte im Hochmittelalter seine Blütezeit, doch der Silberimport aus der Neuen Welt führte zum Niedergang. Silbertal war einst Sitz eines eigenen Walsergerichts und kam 1420 zu Österreich.
Heute prägen Landwirtschaft und Tourismus das Bild. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die neugotische Pfarrkirche und die Kristbergkirche, eine der ältesten im Montafon, die auf ein Gelübde der Bergknappen zurückgeht. Das Montafoner Bergbaumuseum dokumentiert die regionale Bergbaugeschichte. Ein besonderes Naturjuwel ist das Hochmoor Wildried, eines der höchstgelegenen Europas. Die Kristbergbahn erschließt das Gebiet für Wanderer und Skifahrer, während die Freilichtbühne mit ihrer riesigen Spielfläche kulturelle Höhepunkte setzt.