Nenzing liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz auf etwa 530 Metern Höhe. Das Gemeindegebiet umfasst das gesamte Gamperdonatal sowie die angrenzenden Hänge der Galina- und Fundlkopf-Gruppe. Fast die Hälfte der Fläche ist bewaldet, ein Fünftel besteht aus Alpen. Der höchste Berg ist der Panüler mit 2859 Metern, während der Naturpark Nenzinger Himmel auf 1370 Metern und die Alpe Gamp auf 1564 Metern liegen. Im Süden grenzt die Gemeinde an die Schweiz, im Südwesten an das Fürstentum Liechtenstein.
Frühe Spuren einer Besiedlung finden sich aus der Bronze- und Eisenzeit auf dem Scheibenstuhl. Später errichteten die Römer eine Befestigungsanlage gegen die Alemannen. Die Ritter von Ramschwag bauten im 13. Jahrhundert die Burg Welsch-Ramschwag, die 1405 zerstört wurde. Im 15. Jahrhundert entstand die Siedlung Nenzingerberg durch Walser, die bis 1955 dort lebten. Nenzing gehörte zur Grafschaft Sonnenberg und wurde 1474 österreichisch. Mehrfach wurde der Ort von Bränden und Hochwasser heimgesucht, etwa 1633 und 1724. Im 19. Jahrhundert wurde eine Eisenbahnlinie gebaut, und 1993 erhielt Nenzing den Status einer Marktgemeinde.
Die Gemeinde beherbergt bedeutende Bauwerke wie die barocke Pfarrkirche hl. Mauritius mit Fundamenten aus dem 6. Jahrhundert oder die spätgotische Martinskirche in Beschling. Die Ruine des spätrömischen Bergkastells Stellfeder und die restaurierte Burg Welsch-Ramschwag zeugen von der Vergangenheit. Die Spinnerei Getzner, 1832 gegründet, prägte die Wirtschaft. Heute ist Nenzing bekannt für seinen nachhaltigen Ansatz, wofür es 2019 den Austrian SDG-Award erhielt. Der Ramschwagsaal und das Bauernhaus Artenne bieten Raum für Kultur und Veranstaltungen.