Bierutów liegt in der schlesischen Tiefebene am linken Ufer der Widawa, etwa fünfzehn Kilometer südöstlich von Oleśnica und fünfzig Kilometer östlich von Breslau. Im Osten grenzt die Stadt an die Woiwodschaft Opole, während im Nordwesten Klein Zöllnig, im Osten Buchwald, im Süden Langenhof und im Westen Vogelgesang benachbart sind.
Die Stadt entstand an einem wichtigen Handelsweg, der von Breslau über Kreuzburg nach Krakau führte. 1266 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt, doch bereits zuvor bestand hier ein slawisches Dorf namens Ligniza. Der Breslauer Herzog Heinrich III. gründete hier die Stadt Fürstenwald nach Neumarkter Recht, die schon drei Jahre später den Namen Bernstadt erhielt. Im 14. Jahrhundert wurde sie zur Residenzstadt des Herzogtums Bernstadt und entwickelte sich zu einem wirtschaftlichen Zentrum mit Tuchmachern und Händlern. Nach Bränden und Kriegen verlor sie an Bedeutung, bis sie 1945 unter polnische Verwaltung kam und ihren heutigen Namen erhielt.
Bierutów bewahrt Spuren seiner wechselvollen Geschichte in Bauwerken wie dem teilweise erhaltenen Schloss mit Renaissanceturm und barockem Portal. Die katholische Kirche St. Katharina entstand im 13. Jahrhundert, wurde nach Bränden wiederaufgebaut und diente lange als evangelische Pfarrkirche. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der restaurierte Rathausturm, die Ruine der evangelischen Friedhofskirche und Reste der mittelalterlichen Stadtmauer. Die Stadt pflegt eine Partnerschaft mit Bernstadt in der Oberlausitz und gedenkt bedeutender Persönlichkeiten wie dem Orientalisten Andreas Acoluthus oder der Herzogin Luise Elisabeth von Württemberg-Oels.