Oława liegt in der schlesischen Tiefebene zwischen Oder und Ohle, etwa auf halber Strecke zwischen Breslau und Brieg. Die Stadt ist Sitz des Powiat Oławski und bildet zugleich eine eigene Stadtgemeinde sowie den Verwaltungssitz der umliegenden Landgemeinde. Durch die flache Landschaft mit ihren Flüssen geprägt, erstreckt sie sich über verschiedene Stadtteile wie die Altstadt, die Oder-Vorstadt oder das moderne Wohnviertel im Westen.
Erstmals erwähnt wurde Oława im 12. Jahrhundert als slawische Siedlung, die später durch deutsche Siedler im Zuge der Ostkolonisation neu aufgebaut wurde. Im Mittelalter entwickelte sie sich zu einem wichtigen Handelsort mit Markt- und Stadtrechten, doch Kriege und Seuchen hinterließen ihre Spuren. Als Residenzstadt eines schlesischen Herzogtums erlebte sie im 16. und 17. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blüte, bevor der Dreißigjährige Krieg und spätere Konflikte die Stadt schwer trafen. Nach dem Ende der piastischen Herrschaft kam sie unter böhmische, später preußische Herrschaft und wurde Teil des Tabakanbaus im 18. und 19. Jahrhundert.
Heute prägen historische Bürgerhäuser, das spätklassizistische Rathaus mit seinem markanten Turm und die gotische Kirche „Unsere Liebe Frau vom Trost“ das Stadtbild. Das Rathaus beherbergt eine sehenswerte Uhr mit beweglichen Figuren, darunter eine Skelettdarstellung des „Tods von Oława“. Die Kirche, mehrfach umgebaut und wiederaufgebaut, zeigt eine Mischung aus gotischen, barocken und neugotischen Elementen. Trotz Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und späterem sozialistischem Wiederaufbau blieb einiges der alten Bausubstanz erhalten.