Annaberg liegt im Mostviertel, eingebettet in die niederösterreichischen Kalkalpen. Der Ort erstreckt sich über ein weitläufiges, zu 80 Prozent bewaldetes Gebiet, in dem die Türnitz entspringt – einer der beiden Quellflüsse der Türnitzer Traisen. Der Hauptort thront auf einem Bergsattel, rund 976 Meter über dem Meeresspiegel, und gehört zum Bezirk Lilienfeld.
Seine Wurzeln reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als hier vermutlich eine Burg der Herren von Tannenberg stand. 1202 schenkte Leopold VI. das Gebiet dem Zisterzienserstift Lilienfeld, das wenig später mit der Urbarmachung des Bergsattels begann. Eine Kapelle zu Ehren der Heiligen Anna entstand, die 1327 wegen der vielen Wallfahrer erweitert wurde. Im 15. Jahrhundert setzte der Erzabbau ein, und im Dreißigjährigen Krieg zerstörte ein Brand den Ort, der dank kaiserlicher Unterstützung wiederaufgebaut wurde. Später prägten Bergbau und das traditionelle „Ameisln“ das Leben, bis die Eröffnung der Mariazellerbahn 1907 den Fremdenverkehr einläutete.
Heute ist Annaberg vor allem als Wintersportgebiet bekannt, das mit Pisten, Langlaufloipen und einem Skigebiet lockt. Im Sommer laden Wanderwege wie der Mariazellerweg oder der Waldmarkweg zu Ausflügen ein. Die barocke Pfarrkirche St. Anna und das Kraftwerk Wienerbruck prägen das Bild, während Persönlichkeiten wie der Radrennfahrer Leo Karner oder die Kinderbuchautorin Mira Lobe mit dem Ort verbunden sind. Die malerische Landschaft zwischen Türnitz und Wienerbruck macht Annaberg zu einem beliebten Ziel für Naturliebhaber und Sportler.