Türnitz liegt im Mostviertel am Zusammenfluss zweier Bäche, die sich zur Türnitzer Traisen vereinen. Die Marktgemeinde erstreckt sich über ein weitläufiges Gebiet, das zu über vier Fünfteln aus Wald besteht – einer der höchsten Anteile in ganz Österreich. Zwischen den sanften Tallagen und den bewaldeten Berghängen, deren Gipfel bis auf 1400 Meter aufragen, wechseln sich dichte Wälder mit einzelnen Siedlungen ab.
Schon in der Altsteinzeit war das Gebiet besiedelt, wie ein Fund in einer Höhle zeigt. Der Name geht auf slawische Siedler zurück, die sich hier im frühen Mittelalter niederließen. Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1209, doch bereits 1371 erhielt er das Marktrecht. Wirtschaftlich prägte lange eine Glasfabrik das Geschehen, bevor sich der Ort zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Fremdenverkehrsziel wandelte.
Besonders sehenswert sind die beiden Pfarrkirchen in Türnitz und Lehenrotte sowie das Feld- und Industriebahnmuseum in Freiland. Die Falkenschlucht zieht mit ihrer wildromantischen Schlucht Naturfreunde an. Historisch bedeutend ist die Verbindung zur Habsburger-Dynastie durch Cimburgis von Masowien, die hier starb und als Stammmutter aller späteren Habsburger gilt. Auch literarisch hinterließ Johann Ladislaus Pyrker als Pfarrer und Dichter seine Spuren.