Loich liegt versteckt in den Türnitzer Alpen, einer Bergkette der Nördlichen Kalkalpen, etwa dreißig Kilometer südwestlich von St. Pölten. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Tal der Pielach im Norden bis zur Wasserscheide zwischen Pielach und Traisen im Süden und wird im Westen, Süden und Osten von den Hängen des Loichbachtals umschlossen. Die Landschaft ist geprägt von dichten Wäldern, die über die Hälfte der Fläche bedecken, während ein Drittel landwirtschaftlich genutzt wird. Der tiefste Punkt liegt bei Dobersnigg auf 397 Metern, wo die Pielach die Gemeinde verlässt, während der Eisenstein mit 1185 Metern und der Schwarzenberg mit 1033 Metern die höchsten Erhebungen bilden.
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1307, als Loich in einer Urkunde des Stiftes Lilienfeld als „Levch“ auftaucht. Der Name geht auf eine indogermanische Wurzel zurück und deutet auf Helligkeit oder Glanz hin. Im Altertum gehörte das Gebiet zur römischen Provinz Noricum. Im 18. Jahrhundert wurde Loich zur eigenständigen Pfarre erhoben und erhielt 1801 die erste Schule. Die wirtschaftliche Grundlage bildete über Jahrhunderte die Landwirtschaft, ergänzt durch Handwerk und später durch kleine Betriebe.
Heute prägen historische Bauwerke und lebendige Traditionen das Bild. Die katholische Pfarrkirche ist dem heiligen Nikolaus geweiht, während das Heimatmuseum in einem Freilichtensemble mit Dörrhaus, Presshaus und einer funktionstüchtigen Mühle Einblicke in das bäuerliche Leben vergangener Zeiten bietet. Ein besonderes Denkmal ist der Kaiser-Jubiläumsbrunnen, der an das 60-jährige Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph erinnert. Die Gemeinde ist auch durch Persönlichkeiten wie den ehemaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer verbunden, der hier seine Kindheit verbrachte. Die Anbindung an die Mariazellerbahn und die Nähe zur Landeshauptstadt St. Pölten machen Loich trotz seiner abgeschiedenen Lage gut erreichbar.