Temelín liegt in Südböhmen auf einer Hochfläche in den südöstlichen Ausläufern der Písecké hory. Umgeben von Hügeln wie der Zdoba, dem Chocholouš oder der Kometa entspringt hier der Temelínský potok, während nordwestlich der Bílý potok fließt. Die Gemeinde grenzt im Norden an Orte wie U Sýkorů und Všemyslice, im Osten an Zvěrkovice und Hněvkovice, im Süden an Dříteň und Malešice. Durch das Gebiet führt eine Eisenbahnstrecke von Číčenice nach Týn nad Vltavou.
Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1381 unter dem Namen Tomelin, später als Deutsch Temelin zur Unterscheidung von Böhmisch Temelin. Im Besitz wechselnder Adelsfamilien wie der Kořenský von Terešov und später derer von Wrtby, gehörte Temelín lange zum Gut Nezdaschow. Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften wurde es 1850 eine eigenständige Gemeinde. Durch den Bau des Kernkraftwerks in den 1980er Jahren wurden mehrere Ortsteile wie Březí u Týna nad Vltavou oder Křtěnov abgerissen, um Platz für die Anlage zu schaffen.
Heute ist Temelín vor allem durch das gleichnamige Kernkraftwerk bekannt, das seit dem Jahr 2000 in Betrieb ist. Im Ortsteil Křtěnov blieb die Kirche des hl. Prokop erhalten, während das Schloss Vysoký Hrádek mit seinem Park als Informationszentrum des Kraftwerks dient. Die Kapelle am Dorfplatz und die nahegelegene Feste Býšov prägen das Ortsbild zusätzlich.