Sillian liegt im Hochpustertal auf etwa 1100 Metern Höhe und gehört zum Osttiroler Oberland. Die Gemeinde ist im Westen durch die Staatsgrenze zu Italien begrenzt, während der Karnische Kamm im Süden das Gebiet abschließt. Die Drau fließt nördlich des Ortes, der selbst auf Flussgeröll entstand, das frühere Hochwasser und Bergstürze hinterließen. Durch Entwässerungen im 20. Jahrhundert konnten auch Tallagen besiedelt werden.
Der Name Sillian geht vermutlich auf alpenromanische Wurzeln zurück und verweist auf Bachschutt oder den Villgratenbach. Urkundlich taucht der Ort erstmals um das Jahr 1000 als „Silano“ auf, doch seine Geschichte ist eng mit dem Kloster Innichen verbunden, das bereits 769 gegründet wurde. Im Mittelalter entwickelte sich Sillian zu einem Handelsplatz für durchziehende Kaufleute und erhielt 1469 das Marktrecht. Mehrfach wurde der Ort von Naturkatastrophen heimgesucht, darunter Murenabgänge und Hochwasser, die ganze Siedlungen zerstörten.
Heute ist Sillian vor allem für seine sonnenreiche Lage und die Nähe zu Wanderwegen wie dem Karnischen Höhenweg bekannt. Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt prägt das Ortsbild, ebenso wie die Schraffl-Villa. Wirtschaftlich lebt der Ort von Tourismus, Handwerk und Gewerbe, wobei die Grenznähe zu Südtirol eine wichtige Rolle spielt. Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Wichtelpark, und die Übernachtungszahlen steigen stetig.