Anras liegt im Osttiroler Abschnitt des Pustertals, wo die Drau das Tal durchfließt. Die Gemeinde erstreckt sich über beide Talseiten, doch die meisten Siedlungen befinden sich nördlich des Flusses. Das Gebiet reicht von den Villgratner Bergen im Norden bis zu den Ausläufern der Lienzer Dolomiten im Süden. Mehrere Bäche wie der Erlbach, der Margarethenbach und der Kristeinbach entwässern die Landschaft. Drei Seen – der Ascher See, der Anraser See und der Sichelsee – liegen in den nördlichen Almregionen.
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 769, als der Name in einer lateinischen Urkunde als „Anaras“ auftaucht. Damals grenzte das Gebiet an slawische Siedlungsräume, später prägten Bajuwaren die Gegend. Anras war einst als Kornkammer des Pustertals bekannt, wovon noch einige Kornkästen zeugen. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte eine rege Bautätigkeit ein, und die traditionellen Wirtschaftsformen wie Bachmühlen und Brechelgruben verschwanden fast vollständig.
Im Ortskern steht das historische Pfleggerichtshaus, auch Schloss Anras genannt, das baulich mit der katholischen Pfarrkirche hl. Stephanus verbunden ist. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Filialkirche hl. Antonius von Padua mit einem Kreuzweg und einer Heilig-Grab-Kapelle. Die Gemeinde ist durch die Pustertaler Höhenstraße und die Drautalbahn gut erschlossen. Ein markantes Symbol ist das Gemeindewappen, das ein weißes Lamm vor einem grünen Berg auf goldenem Grund zeigt.