Schaan liegt im Norden Liechtensteins und ist die bevölkerungsreichste Gemeinde des Landes. Der Ort erstreckt sich über fünf getrennte Gemarkungen, darunter zwei Exklaven in alpiner Lage und zwei Enklaven benachbarter Gemeinden. Im Westen bildet der Rhein die Grenze zur Schweiz, während im Osten die Bergkette Drei Schwestern das Landschaftsbild prägt. Die beiden historischen Dorfkerne gruppieren sich um die Kirchen St. Peter und St. Laurentius, die auf einem sanften Hügelrücken über der Rheinebene thronen.
Frühe Spuren einer Besiedlung reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, doch die erste schriftliche Erwähnung als „Scana“ stammt aus dem 9. Jahrhundert. In römischer Zeit verlief eine wichtige Heerstraße nahe Schaan, und archäologische Funde wie Legionärshelme oder ein Kastell belegen die strategische Bedeutung des Ortes. Später teilten sich romanisierte und alemannische Bevölkerungsgruppen das Gebiet, bevor Schaan im Mittelalter unter die Herrschaft des Damenstifts Säckingen geriet.
Heute ist Schaan ein zentraler Verkehrsknotenpunkt mit eigenem Bahnhof an der Strecke Feldkirch–Buchs und einem Autobahnanschluss in der Nähe. Die Gemeinde beherbergt wichtige Bildungseinrichtungen, darunter eine Sportschule und eine Waldorfschule, und gilt als industrielles Zentrum Liechtensteins. Die umliegenden Alpen wie Gritsch und Guschg mit ihren historischen Sennereien und Jagdhäusern zeigen die enge Verbindung zur traditionellen Alpwirtschaft.