Radmer liegt versteckt in den Ennstaler Alpen, umschlossen von Gipfeln wie dem Lugauer und dem Zeiritzkampel. Der Ort wird vom Radmer Bach durchflossen, der sich im Norden durch eine enge Talenge zum Erzbach schlängelt. Zwischen Eisenerz und Hieflau gelegen, teilt sich die Gemeinde in die beiden Ortsteile Radmer an der Hasel und Radmer an der Stube auf. Mit rund vier Fünfteln seiner Fläche ist der Ort von Wald bedeckt, während Almen und Landwirtschaft nur einen kleinen Teil ausmachen.
Erstmals schriftlich erwähnt wurde Radmer im frühen 15. Jahrhundert unter dem Namen „Redmir“, dessen Bedeutung sich vermutlich aus einem alten Personennamen und dem althochdeutschen Wort für „berühmt“ zusammensetzt. Der Ort erlebte seine Blütezeit durch den Bergbau, der im 16. Jahrhundert begann und bis ins 19. Jahrhundert Kupfer und später auch Eisenerz förderte. Bis zu 200 Menschen arbeiteten zeitweise im Kupferabbau, der zu den bedeutendsten in Mitteleuropa zählte. Auch eine Waldbahn transportierte einst Holz und Erz aus dem Tal.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild Radmers. Das Paradeisstollen genannte Schaubergwerk führt Besucher durch ein spätmittelalterliches Kupferbergwerk, während die Antoniuskirche mit ihren barocken Altären und Fresken als Wallfahrtsort gilt. Das ehemalige Jagdschloss Greifenberg, einst im Besitz des Kaisers, steht heute leer und verfällt. Jährlich locken Feste wie der Almabtrieb oder das Antoni-Fest Besucher in den Ort, der trotz seiner malerischen Umgebung mit sinkender Einwohnerzahl und Abwanderung kämpft.