Namysłów liegt in der Woiwodschaft Opole im Süden Polens, etwa auf halber Strecke zwischen Breslau und Oppeln. Die Stadt wird von der Widawa durchflossen, einem Nebenfluss der Oder, der hier zu einem kleinen Stausee aufgestaut ist. Umgeben ist Namysłów von ausgedehnten Wäldern, darunter der Namslauer Stadtwald im Südwesten. Die Altstadt entstand am Mühlgraben, einem Seitenarm der Widawa, während sich die moderne Stadt auf beiden Ufern ausbreitet.
Die erste Siedlung an der Widawa entstand im 13. Jahrhundert als slawische Ansiedlung, die später zur Altstadt wurde. 1233 wird erstmals ein Kaplan von Namizlow erwähnt, der die deutschrechtliche Besiedlung einleitete. Nach Zerstörungen durch die Goldene Horde wurde die Stadt 1249 neu gegründet und erhielt Stadtrechte. Im Mittelalter entwickelte sich Namysłów zu einem wichtigen Handelsort an der Route von Breslau nach Krakau, besonders durch die Leinenherstellung. Politisch wechselte die Stadt mehrfach die Herrschaft, darunter zwischen Polen, Böhmen und den Habsburgern, bevor sie 1741 preußisch wurde.
Namysłów prägt eine gut erhaltene mittelalterliche Altstadt mit rechteckigem Ring und gitterförmigem Straßennetz. Die gotische Pfarrkirche St. Peter und Paul entstand zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert, das Rathaus im 14. Jahrhundert. Die Stadtbefestigung mit Breslauer und Krakauer Tor wurde im 14. Jahrhundert aus Stein errichtet. Ein weiteres Wahrzeichen ist die protestantische Kirche aus dem späten 18. Jahrhundert. Die Brauerei Haselbach, eine der bekanntesten ihrer Art, prägte im 19. Jahrhundert die Wirtschaft. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde die Altstadt wiederaufgebaut, wobei die historische Bausubstanz weitgehend erhalten blieb.