Garsten liegt im oberösterreichischen Traunviertel, am Rand der Stadt Steyr, auf etwa 300 Metern Höhe. Die Gemeinde erstreckt sich über rund elf Kilometer von Nord nach Süd und zehn Kilometer von West nach Ost. Fast zwei Drittel der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, während Wälder etwa ein Drittel ausmachen.
Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 985 in den Aufzeichnungen einer Synode, doch seine prägende Entwicklung begann mit der Gründung eines Kollegiatstifts durch Ottokar I. von Traungau. Sein Sohn holte 1107 Benediktiner aus Stift Göttweig, die unter dem ersten Abt Berthold von Garsten das Kloster zu einem kulturellen und politischen Zentrum machten. Nach wechselnden Herrschaften, darunter die Zeit als Teil des Herzogtums Österreich, wurde Garsten schließlich dem Land ob der Enns zugeordnet.
Heute ist Garsten vor allem durch das ehemalige Benediktinerstift bekannt, das als barocke Anlage von Baumeistern wie Pietro Francesco Carlone und Jakob Prandtauer gestaltet wurde. Die Stiftskirche Mariä Himmelfahrt und das benachbarte Schloss Rosenegg prägen das Bild. Die Justizanstalt Garsten nutzt heute das ehemalige Klostergebäude. Die Gemeinde ist zudem Sitz eines regionalen Fernsehsenders und verbindet mit ihrer Geschichte eine lebendige Kulturlandschaft.