Bovenden liegt im Landkreis Göttingen in Südniedersachsen, eingebettet zwischen den Ausläufern des Göttinger und des Nörtener Walds. Der Kernort erstreckt sich im Tal der Leine, die hier in süd-nördlicher Richtung fließt, während die Weende kurz vor ihrer Mündung in die Leine vorbeizieht. Der Ort wird von markanten Erhebungen wie dem Osterberg und dem Keuperrücken der Lieth geprägt. Im Osten des Ortsteils Eddigehausen erhebt sich die Ruine der mittelalterlichen Burg Plesse, die einst die Landschaft dominierte.
Erstmals erwähnt wird Bovenden in einer Urkunde Ottos des Großen aus dem Jahr 949, in der der spätere Kaiser ein Tauschgeschäft mit dem Kloster Hersfeld festhielt. Der Name wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte von Bobbenzunon über Bobbantun und Bobentun bis zur heutigen Form. Im 12. Jahrhundert traten die Herren von Boventen als lokale Grundherren in Erscheinung, deren Einfluss bis ins 14. Jahrhundert reichte. Später ging die Herrschaft an die Herren von Plesse über, die Bovenden zu ihrem Hauptort machten und ihm 1587 den Status eines Fleckens verliehen. Die Burg Plesse verlor ab 1660 an Bedeutung, doch Bovenden blieb als Verwaltungssitz erhalten.
Die St.-Martini-Kirche gilt als älteste Kirche des Ortes und gehört zur evangelisch-reformierten Landeskirche. Prägend für Bovenden ist auch das ehemalige Jagd- und Amtshaus, eine barocke Anlage aus dem 18. Jahrhundert, die heute als Staatliches Forstamt dient. Die Umgebung mit ihren Wäldern und der Leine lädt zu Wanderungen ein, während die historische Burgruine Plesse ein beliebtes Ausflugsziel darstellt.