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KZ Gusen
Das Konzentrationslager Gusen in Oberösterreich bestand aus drei Lagern, die als Außenstellen des KZ Mauthausen von der SS betrieben wurden. Sie lagen östlich von Linz in der Gemeinde Langenstein und in der Nähe von St. Georgen an der Gusen. Gusen I entstand 1938/1940 als erstes dieser Lager, Gusen II folgte 1944 mit Zwangsarbeit in Stollen bei St. Georgen, und Gusen III wurde 1944 in Lungitz bei Katsdorf eingerichtet. Das Lager Gusen hatte eine herausragende Bedeutung im NS-Lagersystem, da es als größtes Außenlager von Mauthausen galt. Von den etwa 60.000 bis über 70.000 Häftlingen aus ganz Europa starben rund 35.000 durch die harten Arbeitsbedingungen in Steinbrüchen und Rüstungsbetrieben. Besonders berüchtigt war Gusen für seine hohe Sterberate, weshalb es von Überlebenden auch als Vernichtungslager bezeichnet wurde. Die SS nutzte das Lager zudem für industrielle Zwangsarbeit, etwa für Unternehmen wie Steyr-Daimler-Puch und Messerschmitt. Vor Ort sind heute noch Spuren der Lagerinfrastruktur erkennbar. Im ehemaligen Gusen I findet sich das Jourhaus mit Gefängnis, während in St. Georgen an der Gusen die Stollenanlage Bergkristall als Relikt der Rüstungsproduktion erhalten blieb. Die Umgebung mit den Steinbrüchen und den Standorten der früheren Produktionsstätten vermittelt einen Eindruck der systematischen Ausbeutung der Häftlinge. Gedenkstätten und Dokumentationsorte erinnern an das Leid der Gefangenen und die Verbrechen der NS-Zeit.
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