Wolfurt liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, eingebettet zwischen dem Bodensee und dem Bregenzerwaldgebirge. Die Gemeinde erstreckt sich auf etwa 434 Metern Höhe im Rheintal, zwischen den Städten Bregenz und Dornbirn. Die Landschaft ist vielfältig: Im Norden säumt ein Auwald die Bregenzer Ache, im Nordosten beginnt die geschützte Bregenzerachschlucht, während im Osten der Ippachwald mit steilen Hängen aufragt. Im Südwesten dehnt sich das moorige Lauteracher Ried aus, und im Hintergrund erhebt sich der Steußberg mit seinem höchsten Punkt, dem Schneiderkopf.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Römerzeit zurück, als die Allgäustraße hier eine Furt über die Bregenzer Ache führte. Der Name Wolfurt leitet sich davon ab und bedeutet „gute Furt“. Im Mittelalter prägten die Herren von Wolfurt als kriegerisches Rittergeschlecht die Region, bis ihr Geschlecht im 15. Jahrhundert ausstarb. Später wurde die Gemeinde von der Textilindustrie geprägt, die im 19. Jahrhundert durch Schweizer Unternehmer wie die Familie Schindler nach Vorarlberg kam. Viele Wolfurter arbeiteten in Heimarbeit oder in den Fabriken, doch die Lebensbedingungen waren oft hart.
Heute ist Wolfurt vor allem durch sein markantes Schloss bekannt, das mit seinen wuchtigen Mauern als Wahrzeichen gilt. Die Gemeinde ist stark zersiedelt und mit den Nachbargemeinden Schwarzach und Lauterach zusammengewachsen. Als Etappenort am Maximiliansweg zieht sie Wanderer an, während das Ried und der Ippachwald mit ihrer Naturvielfalt locken. Das Rathaus beherbergt eine Kopie des berühmten Wolfurter Kelchs, der einst von den Rittern von Wolfurt gestiftet wurde.