Waldneukirchen liegt im oberösterreichischen Traunviertel, im Bezirk Steyr-Land, und wird auch „Das Tor zum Steyrtal“ genannt. Die Landschaft ist geprägt durch das Alpenvorland und das Steyrtal, wobei der Ort selbst auf einer Hochfläche oberhalb des Flusses Steyr liegt. Fast drei Viertel der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, während nur ein kleiner Teil bewaldet ist. Geologisch gehört das Gebiet zur Flyschzone mit Ablagerungen aus der Kreidezeit und dem Tertiär, die durch Gletscher der Eiszeiten geformt wurden.
Die erste Besiedlung lässt sich bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen, doch der Name verweist auf mittelalterliche Rodungstätigkeit im Einflussbereich des Stiftes Kremsmünster. Im 14. Jahrhundert wurde eine eigene Pfarre gegründet, und die heutige Pfarrkirche entstand auf älteren Grundmauern. Berühmt wurde der Ort durch den Schmied Peter Schreckseisen, der im 16. Jahrhundert Waffen für das Grazer Zeughaus fertigte. Während der Napoleonischen Kriege war Waldneukirchen mehrfach von Truppen besetzt, und 1848 wurde es nach der Aufhebung der Grundherrschaft eine selbstständige Gemeinde.
Heute ist Waldneukirchen vor allem durch seine ländliche Struktur und die Nähe zum Steyrtal geprägt. Die Freiwillige Feuerwehr, 1894 gegründet, feierte 2014 ihr 120-jähriges Bestehen. Ein Gemeindezentrum mit Feuerwehr und Arztpraxis sowie ein Nahversorger zeigen die Anpassungsfähigkeit des Ortes. Die Landschaft mit ihren Moränen und Schotterfluren bietet Wanderwege, während die historische Pfarrkirche und der „Teufelsturm“ auf eine bewegte Vergangenheit hinweisen.