Selb liegt im Nordosten Bayerns, eingebettet im hufeisenförmigen Fichtelgebirge, wo die Selb durch das Stadtgebiet fließt. Die Stadt grenzt direkt an Tschechien, nur wenige Kilometer entfernt liegt die Nachbarstadt Aš. Im Westen erhebt sich der Kornberg, im Osten der Wartberg und der Hengstberg. Schönwald ist ein direkter Nachbar im Nordosten, während Kirchenlamitz und Marktleuthen etwas weiter südwestlich zu finden sind.
Die ersten Spuren der Besiedlung reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als bayerische Siedler in die Region kamen. Ein Adelsgeschlecht namens „de Selewen“ ist seit 1135 belegt. 1281 wurde Selb erstmals urkundlich erwähnt, als es zusammen mit Aš an einen Feldhauptmann verpfändet wurde. Im 15. Jahrhundert gehörte Selb zum Sechsämterland und erhielt 1426 das Stadtrecht. Die Stadt war lange ein Zentrum des Bergbaus und der Eisenverarbeitung, bis sich im 19. Jahrhundert die Porzellanindustrie durchsetzte. Ein verheerender Brand 1856 zerstörte den mittelalterlichen Kern, doch der Wiederaufbau leitete die Blütezeit als Porzellanstadt ein.
Heute ist Selb als Porzellanstadt überregional bekannt und liegt an der Bayerischen Porzellanstraße. Die Stadt beherbergt weltweit bekannte Marken wie Rosenthal und Hutschenreuther. Historische Bauwerke wie die Gottesackerkirche aus dem Jahr 1612 oder die Pechhütte von etwa 1583 zeugen von der Vergangenheit. Die Umgebung mit ihren Bergen und Wäldern prägt das Bild der Stadt, die zudem als Hochschulstandort und Oberzentrum mit der tschechischen Nachbarstadt Aš verbunden ist.