Aš liegt im Nordwesten Böhmens, eingebettet im tschechischen Teil des Elstergebirges, wo sich das Tal des Ašský potok bis zur Wasserscheide mit dem Račí potok erstreckt. Die Stadt ist von markanten Bergen umgeben: Im Osten erhebt sich der Skřivánčí vrch, im Südosten der Ascher Berg, während im Westen der Selbský vrch und der Kaplanberg aufragen. Als Zentrum des Ascher Ländchens, auch böhmisches Vogtland genannt, ragt die Stadt wie ein Finger in das deutsche Staatsgebiet hinein und grenzt im Westen und Osten an Deutschland.
Die Besiedlung begann im 11. Jahrhundert durch bairische Kolonisten, die aus dem Nordgau kamen. Die ersten Lehensherren waren die Vögte von Weida, deren Name sich im Begriff „böhmisches Vogtland“ widerspiegelt. Im 14. Jahrhundert gelangte die Herrschaft an die Herren von Zedtwitz, die fast 500 Jahre lang das Gebiet prägten. Nach der Mediatisierung durch Maria Theresia wurde Aš 1806 Teil des Königreichs Böhmen, blieb aber evangelisch-lutherisch. Die Textilindustrie trieb die Entwicklung voran, bis die Stadt 1872 zur Stadt erhoben wurde.
Heute prägen historische Bauwerke wie die Kirche St. Nikolaus und die Ruine der evangelischen Stadtkirche das Bild. Das Stadtmuseum in einer ehemaligen Fabrikantenvilla dokumentiert die wechselvolle Geschichte. Die Umgebung mit ihren Bergen und dem Ascher Ländchen bietet Wanderwege, während die Handschuhsammlung im Museum an die handwerkliche Tradition erinnert. Die Stadt ist ein Zeugnis der deutsch-tschechischen Geschichte und der evangelischen Prägung der Region.