Oetz liegt im vorderen Ötztal, eingebettet in eine weite Talmulde am Fuß des markanten Acherkogels. Der Ort breitet sich als traditionelles Haufendorf aus, das durch seine geschützte Beckenlage ein ungewöhnlich mildes Klima genießt und daher den Beinamen „Meran Nordtirols“ trägt. Die Ötztaler Ache durchfließt das Gebiet westlich des Zentrums. Zu Oetz gehören mehrere Ortsteile wie Ötzermühl, Ötzerau, Habichen und Piburg sowie kleinere Weiler und Almen. Nachbarorte sind Haiming, Sautens, Silz und Umhausen.
Frühe Spuren einer Besiedlung reichen bis in die Hallstattzeit zurück, bronzezeitliche Funde am Kendlschrofen belegen eine noch ältere Nutzung. Die erste urkundliche Erwähnung als „Etz“ stammt aus dem Jahr 1259, später wurde der Name zu „Oetz“ umgedeutet. Im Mittelalter gehörte der Ort zum Gericht Petersberg bei Silz, das unter Herzog Meinhard II. stand. Wirtschaftlich prägte lange Zeit der Flachsanbau das Bild, bis er Anfang des 20. Jahrhunderts verschwand. Ende des 19. Jahrhunderts begann der Aufstieg zum Fremdenverkehrsort, angeführt durch Initiativen wie den ersten Verschönerungsverein von 1877.
Heute ist Oetz vor allem für sein Skigebiet Hochoetz bekannt, das Teil des Tourismusverbands Ötztal ist. Die spätgotische Pfarrkirche mit barocker Erweiterung und historische Gasthäuser mit farbenfrohen Fassaden prägen das Ortsbild. Ein besonderes Highlight ist der nahe Piburger See, ein durch einen Bergsturz entstandener, bis zu 25 Meter tiefer Gebirgssee, der als wärmster See Tirols gilt. Das Gewässer ist seit 1929 Naturschutzgebiet und zieht mit seiner klaren Wasserfläche und dem umgebenden Landschaftsschutzgebiet Besucher an.