Laon liegt im Norden Frankreichs auf einem etwa zwei Kilometer langen Kalksteinfelsen, der sich rund hundert Meter über die umliegende Landschaft erhebt. Die Oberstadt thront über der Unterstadt und ist von einer befestigten Altstadt geprägt, die zu den größten zusammenhängenden denkmalgeschützten Flächen des Landes zählt. Im Südosten entspringt der Bach Ardon, der später in die Ailette mündet. Die Stadt befindet sich etwa 140 Kilometer nordöstlich von Paris und rund 55 Kilometer nordwestlich von Reims.
Die Geschichte Laons reicht bis ins 5. Jahrhundert zurück, als es als gallische Festung unter dem Namen Laudunum bekannt war. Im frühen Mittelalter wurde die Stadt zu einem wichtigen Zentrum des Fränkischen Reichs, nachdem Bischof Remigius von Reims hier eine Diözese gründete. Laon wechselte mehrfach die Herrschaft, gehörte zeitweise zu Austrasien und wurde von Karolingern, Kapetingern und lokalen Machthabern umkämpft. Besonders das 10. und 11. Jahrhundert waren von Machtkämpfen geprägt, in denen sich die Stadt immer wieder neu behaupten musste. Im 12. Jahrhundert erlebte Laon eine Blütezeit, doch ein blutiger Aufstand gegen den Bischof zerstörte große Teile der Stadt und der romanischen Kathedrale.
Heute ist Laon vor allem für seine mittelalterliche Architektur bekannt. Die gotische Kathedrale Notre-Dame zählt zu den bedeutendsten frühgotischen Bauwerken Frankreichs und prägt das Stadtbild. Unter der Erde verbergen sich mittelalterliche Gänge und Krypten, die einst als Keller und Schutzräume dienten. Ein weiteres Wahrzeichen ist das alte Hôtel-Dieu, das älteste erhaltene Hospital des Landes. Die Stadt war zudem Schauplatz historischer Ereignisse, darunter Schlachten während der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege. Heute dient Laon als administratives Zentrum des Départements Aisne und verbindet seine reiche Geschichte mit einer lebendigen Gegenwart.