Gostyń liegt in Großpolen, etwa siebzig Kilometer südlich von Posen, und ist Sitz des gleichnamigen Landkreises. Die Stadt ist umgeben von einer flachen Landschaft, die für ihre fruchtbaren Böden bekannt ist. Wirtschaftlich prägt vor allem die traditionelle Kutschenherstellung das Bild, die in mehreren kleinen Betrieben ausgeübt wird.
Erste Spuren einer Besiedlung finden sich bereits aus dem 12. Jahrhundert, doch erst 1278 erhielt Gostyń das Stadtrecht nach Magdeburger Recht. Im 14. Jahrhundert geriet die Stadt unter den Einfluss von Kościan, bevor sie im 15. und 16. Jahrhundert zu einem wichtigen Zentrum der Reformation wurde. Ein bedeutendes Ereignis war hier eine Synode verschiedener Glaubensrichtungen im Jahr 1565. Später spielte die Stadt auch in Kriegen eine Rolle, etwa während des Siebenjährigen Krieges oder im Rahmen preußischer und russischer Auseinandersetzungen.
Die Stadt beherbergt mehrere historische Bauwerke wie die Kirche der Heiligen Margarete oder das Rathaus. Auch das Heiligberger Sanktuarium, das erste Oratorium des hl. Philipp Neri in Polen, ist hier ansässig. Persönlichkeiten wie der Komponist Wojciech Długoraj oder der Radrennfahrer Marek Wesoły stammen aus Gostyń. Die Stadt pflegt Partnerschaften mit Dresden, Ettelbrück und Steinach.