Das Gitschtal ist ein rund fünfzehn Kilometer langes Seitental der Gail im Südwesten Kärntens. Es erstreckt sich von der Stadt Hermagor aus nordwestwärts und wird vom Fluss Gössering durchflossen, der nahe Hermagor in die Gail mündet. Der Talboden ist etwa einen Kilometer breit und steigt von etwa 880 auf 600 Meter über dem Meer an. Die Gemeinde grenzt im Norden an den Mittagsnock und im Süden an die Hochwarter Höhe, während im Westen der Reißkofel mit 2371 Metern das Landschaftsbild prägt.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde eine Siedlung im Tal im Jahr 1331, als Weißbriach genannt wurde. Ab dem 16. Jahrhundert trieb der Bergbau die Entwicklung voran, zunächst durch den Abbau von Edelmetallen, später von Eisenerz. Hammerwerke im Gösseringgraben, die Mitte des 17. Jahrhunderts von Baron Kranz übernommen wurden, brachten einen wirtschaftlichen Aufschwung, der bis ins 19. Jahrhundert anhielt. Der Fremdenverkehr setzte im späten 19. Jahrhundert ein und erhielt nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Bau eines Kneipp-Kurhauses weiteren Auftrieb.
Heute prägen die beiden Kirchen in Weißbriach und St. Lorenzen das Ortsbild. Der Bergbau ist längst Vergangenheit, stattdessen bestimmen Holzverarbeitung, Landwirtschaft und Tourismus das Leben. Wanderer und Wintersportler finden hier ein beliebtes Ziel, besonders im Februar und August. Mehrere bekannte Skirennläufer stammen aus dem Tal, darunter drei Brüder aus Weißbriach. Das Gemeindewappen erinnert mit Bergbauzeichen an die frühere Erzgewinnung und mit einem Kreuz an die heilende Wirkung des Wassers.