Gardelegen liegt in der Altmark, einer Landschaft im Norden Sachsen-Anhalts, zwischen den Städten Berlin und Hannover. Die Stadt erstreckt sich über eine weite Fläche und ist von ländlichen Ortsteilen umgeben, die sich bis in die Colbitz-Letzlinger Heide und den Drömling ausdehnen. Im Norden grenzt sie an die Zichtauer Hellberge, während im Süden die Mildeniederung beginnt. Die Kernstadt selbst zeigt städtischen Charakter, während die meisten der 48 Ortsteile und Wohnplätze verstreut in der umgebenden Landschaft liegen.
Erstmals erwähnt wurde Gardelegen im Jahr 1121 als Gardeleve, als der Halberstädter Bischof Besitz des Klosters Schöningen bestätigte. Im Mittelalter entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Handelsort, besonders durch den Hopfenanbau und die Brauerei. Gardelegen trat der Hanse bei, doch trotz seiner Lage an wichtigen Handelsrouten blieb es im Bund eher unbedeutend. Prägend für das Stadtbild wurden Bauwerke wie die St. Marienkirche, die St. Nikolaikirche und das Rathaus, die noch heute das Zentrum prägen. Im 18. Jahrhundert erhielt Gardelegen eine preußische Garnison, die bis heute besteht.
Gardelegen ist bekannt für sein historisches Erbe, darunter der steinerne Roland, der das Stadtbild jahrhundertelang prägte. Die Stadt war einst ein Zentrum der Knopfherstellung und beherbergte eine der ältesten Biermarken der Welt, das Garleybier. Ein dunkles Kapitel der Geschichte bildet das Massaker von Gardelegen, bei dem in der Endphase des Zweiten Weltkriegs über tausend KZ-Häftlinge ermordet wurden. Heute ist die Stadt Teil des Altmarkkreises Salzwedel und verbindet ländlichen Charme mit einer bewegten Vergangenheit.