Rothschild-Spital

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Wien

Rothschild-Spital

Das ehemalige Rothschild-Spital stand an der Währinger Gürtelstraße 97 im 9. Wiener Gemeindebezirk und wurde 1873 nach Plänen des Architekten Wilhelm Stiassny eröffnet. Es ersetzte ein älteres jüdisches Spital in der Seegasse, das mit nur 40 Betten den Bedürfnissen der wachsenden Gemeinde nicht mehr gerecht wurde. Der Bau entstand auf einem Gelände, das einst eine kaiserliche Baumschule beherbergte und von der Gentzgasse sowie der Semperstraße begrenzt war. Das Spital galt als eines der modernsten seiner Zeit und verfügte über 100 Betten, ein Pavillonsystem mit gut belüfteten Krankensälen und moderne Einrichtungen wie Luftheizung, Gasbeleuchtung und Wasserspültoiletten. Unter der Leitung von Primarärzten wie Leopold Oser und später Otto Zuckerkandl entwickelte es sich zu einem bedeutenden medizinischen Zentrum. Besonders bekannt war es für seine gute Verpflegung und die Aufnahme armer Patienten, darunter viele jüdische Flüchtlinge aus Osteuropa. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude zunächst als Lager für jüdische Displaced Persons und später als Auffanglager für Flüchtlinge aus Polen, Rumänien und Ungarn. Bis 1952 wurden hier rund 250.000 Menschen betreut. Trotz der Restitution an die Israelitische Kultusgemeinde Wien 1949 und Pläne für einen Wiederaufbau wurde das Spital 1960 abgerissen. Heute erinnert eine Gedenktafel an der Stelle des ehemaligen Gebäudes an seine Geschichte.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber

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