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Wiener Porzellanmanufaktur
Die Wiener Porzellanmanufaktur war eine der ersten ihrer Art in Europa und entstand 1718 im Wiener Stadtteil Alsergrund. Gegründet von Claudius Innocentius du Paquier, entstand sie als zweite Porzellanmanufaktur auf dem Kontinent nach Meißen. Das Unternehmen begann in bescheidenen Räumlichkeiten, bevor es in den Breunerschen Sommerpalast umzog, wo es sich über mehrere Gebäude erstreckte. Kaiser Karl VI. sicherte dem Betrieb ein 25-jähriges Monopol zu, um die Abhängigkeit von chinesischen Importen zu verringern und die Wirtschaft zu stärken. Die frühe Phase der Manufaktur war geprägt von technischen Herausforderungen und künstlerischen Experimenten. Samuel Stöltzel, ein Chemiker aus Meißen, spielte eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Porzellanmasse, musste Wien jedoch nach Konflikten verlassen. Trotz Rückschlägen wie der Zerstörung von Brennöfen und finanziellen Schwierigkeiten konnte die Produktion fortgesetzt werden. Die Erzeugnisse dieser Zeit zeigen oft ostasiatische Einflüsse oder Anleihen an Gold- und Silberschmiedekunst, wobei die Glasuren aufgrund fehlender lokaler Kaolinvorkommen cremefarben statt reinweiß ausfielen. Ein Höhepunkt der frühen Produktion ist das Porzellanzimmer für Gräfin Maria Antonia von Czobor, das später ins Museum für angewandte Kunst in Wien gelangte. Es umfasst über 1.500 Teile und gilt als eines der ersten europäischen Räume, die vollständig mit Porzellan ausgestattet wurden. Spätere Epochen wie die plastische Rokoko-Periode unter Johann Joseph Niedermayer oder die klassizistische Phase mit Conrad Sörgel von Sorgenthal brachten weitere stilistische Entwicklungen hervor, darunter die Entdeckung des berühmten Kobaltblau durch Josef Leithner.
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