📷 Bild: Wikimedia Commons
Nibelungenwerk
Das Nibelungenwerk liegt in St. Valentin in Niederösterreich und war einst das größte Panzer-Montagewerk des Deutschen Reiches. Es entstand ab 1939 im Herzograd-Wald nahe einem Eisenbahnknotenpunkt und wurde 1942 offiziell eröffnet. Mit neun Hallen, darunter sieben 120 mal 60 Meter große Stahlbetonbauten, verfügte es über eine Fließbandfertigung, die als einzige ihrer Art in der deutschen Panzerproduktion galt. Zwei Eisenbahngleise umschlossen das Gelände, jede Halle hatte einen eigenen Gleisanschluss. Die Bedeutung des Werks zeigt sich in den Zahlen: Über die Hälfte aller gebauten Panzerkampfwagen IV – insgesamt 4786 Stück – verließen hier die Fertigung. Auch 576 Fahrgestelle für Selbstfahrlafetten und der Umbau des Porsche-Tigers zum Jagdpanzer Elefant fanden hier statt. Die Belegschaft wuchs von 4800 im Jahr 1941 auf 8500 Ende 1944, darunter tausende Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Die Technik war hochmodern, doch alliierte Luftangriffe ab 1944 störten die Produktion wiederholt. Heute gehört das Gelände dem kanadischen Magna-Konzern, der hier unter anderem Kfz-Komponenten fertigt. Einige Hallen werden von CNH Global für Traktorkabinen genutzt, während das Eingangsgebäude und die Kantine weiterhin in Betrieb sind. Der einstige Tarnname „Spielwarenfabrik“ wirkt heute wie eine Ironie der Geschichte.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
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