Würzburg
6 Ziele
Die barocke Pracht der Würzburger Residenz, die künstlerischen Schätze des Martin von Wagner Museums, die historische Bedeutung der Röntgen-Gedächtnisstätte – diese Orte zeigen Würzburg als Stadt der Wissenschaft, des Theaters und der Architektur. Hier fließen barocke Eleganz, wissenschaftliche Pionierarbeit und lebendige Kultur zusammen, denn die Residenz, das Theater und die Museen spiegeln die vielschichtige Geschichte der Stadt wider. Von den Fresken Tiepolos bis zu den Entdeckungen Röntgens reicht das Spektrum, während das Mainfranken-Theater und Schloss Veitshöchheim den kulturellen Reichtum ergänzen. Wer durch Würzburgs Straßen geht, bewegt sich zwischen den Epochen und erlebt, wie die Stadt ihre Traditionen bewahrt und gleichzeitig modern interpretiert.
Barocke Pracht und fürstliche Residenz
Die Würzburger Residenz thront als eines der bedeutendsten Bauwerke des Barock in der Altstadt und zieht Besucher mit ihrer Dreiflügelanlage in ihren Bann. Erbaut zwischen 1720 und 1780 unter den Fürstbischöfen von Schönborn, vereint sie architektonische Meisterleistungen und künstlerische Schätze. Balthasar Neumann entwarf das Gebäude, während Giovanni Battista Tiepolo mit seinen Fresken im Kaisersaal und im Weißen Saal unvergessliche Eindrücke hinterließ. Der Gartensaal und das prunkvolle Treppenhaus zeigen die opulente Innenausstattung, die bis 1780 vollendet wurde. Der Residenzplatz und der Hofgarten bieten einen Rahmen, der die barocke Ästhetik perfekt ergänzt. Seit 1981 zählt die Residenz zum UNESCO-Welterbe und lädt dazu ein, die Geschichte der Fürstbischöfe und die Kunst des Barock zu erkunden.
Bühne der Musik und des Schauspiels
Das Mainfranken-Theater Würzburg ist ein Ort, an dem Oper, Schauspiel, Ballett und Konzerte aufeinandertreffen und die kulturelle Vielfalt der Stadt lebendig werden lassen. Seit seiner Eröffnung 1966 hat es sich zu einem der wichtigsten Theater Bayerns entwickelt, besonders nach der Sanierung und Erweiterung ab 2018. Mit dem Großen Haus für 738 Zuschauer und dem Kleinen Haus für 330 Gäste bietet es heute zwei moderne Spielstätten, wobei das Kleine Haus erst 2023 fertiggestellt wurde. Die Geschichte des Theaters reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als Richard Wagner hier erste Werke schuf. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es in einer Turnhalle wiederaufgebaut, bevor die aktuelle Sanierung bis 2026/27 abgeschlossen sein wird. Besucher können in den Spielstätten oder in Interimslokalen wie der Theaterfabrik Blaue Halle oder der Kirche St. Andreas Aufführungen erleben.
Sommerresidenz der Fürsten und Könige
Schloss Veitshöchheim, nur wenige Kilometer von Würzburg entfernt, war einst eine Sommerresidenz der Fürstbischöfe und später der bayerischen Könige. Die Anfänge des Schlosses gehen auf die Jahre 1680 bis 1682 zurück, doch sein heutiges barockes Erscheinungsbild erhielt es 1753 durch Balthasar Neumann. Pavillons, ein schwungvolles Dach und eine repräsentative Treppe prägen das Bild, während die Innenräume mit Stuck, Wandbespannungen und Möbeln aus der Zeit ausgestattet sind. Von 1806 bis 1814 diente es als Sommerwohnsitz des Großherzogs Ferdinand III. von Toskana, der einige Räume im Empire-Stil gestaltete. Der umliegende Hofgarten ist ein Rokokogarten aus dem 18. Jahrhundert und zählt zu den wenigen erhaltenen Anlagen dieser Art in Deutschland. Mit Brunnen, Skulpturen und Wasserspielen lädt er zum Spazieren ein und wurde nach 1990 originalgetreu wiederhergestellt.
Wo die Röntgenstrahlen entdeckt wurden
Die Röntgen-Gedächtnisstätte im ehemaligen Physikalischen Institut der Universität Würzburg erinnert an einen der bedeutendsten wissenschaftlichen Durchbrüche der Moderne. Hier entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen 1895 die nach ihm benannten Strahlen, wovon die Stätte im Erdgeschoss des heutigen Gebäudes am Röntgenring 8 erzählt. Seit 1985 informiert sie über Röntgens Leben und Werk, wobei Originaldokumente, historische Apparate und ein Film am Eingang den Besuch einleiten. Ein medizinischer Röntgenapparat von Siemens & Halske aus dem Jahr 1912 und das rekonstruierte Labor zeigen, wie die Entdeckung zustande kam. Persönliche Gegenstände Röntgens und Versuche wie der Kathodenstrahlversuch veranschaulichen die wissenschaftliche Pionierarbeit. Die Stätte wurde 2020 modernisiert und wird vom Kuratorium seit 1982 betreut, um das Erbe des Nobelpreisträgers zu bewahren.
Steine, Kristalle und die Geschichte der Erde
Das Mineralogische Museum Würzburg im Geographie-Gebäude auf dem Campus Hubland Süd beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen der Region. Ihre Wurzeln liegen im Blank’schen Naturalienkabinett des 18. Jahrhunderts, das durch Bonavita Blank gestiftet wurde. Heute umfasst das Museum rund 20 Themenkreise, darunter Meteoritensammlungen, das Nördlinger Ries und regionale Gesteinsfunde aus Franken und dem Spessart. Wechselvitrinen zeigen Neuerwerbungen und besondere Mineralgruppen, während die Ausstellungen Themen wie Plattentektonik und Kristallografie behandeln. Besonders hervorzuheben sind die Sammlungen zu Erdmantel, Erzlagerstätten und regionalen Mineralarten, die Einblicke in die geologische Vielfalt der Umgebung geben. Die Sammlung beinhaltet auch Typmaterial für drei anerkannte Mineralarten und ist damit ein wichtiger Ort für Forschung und Bildung.
Antike Schätze und moderne Kunst
Das Martin von Wagner Museum im Südflügel der Würzburger Residenz ist seit 1963 in den Räumen des UNESCO-Welterbes untergebracht und beherbergt die Kunstsammlungen der Julius-Maximilians-Universität. Gegründet 1832, ist es das älteste Museum der Region und umfasst rund 5.000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte. Zu den Highlights zählt eine der drei größten griechischen Vasensammlungen Deutschlands mit etwa 5.000 Objekten. Die Gemäldegalerie zeigt Werke von Hans Purrmann und Giovanni Battista Tiepolo, während die Graphische Sammlung rund 16.000 Handzeichnungen und 14.000 Druckgraphiken umfasst, darunter Kupferstiche von Albrecht Dürer. Die Antikensammlung präsentiert Funde aus dem antiken Griechenland, Römischen Reich und Etrurien, während die Gemäldegalerie deutsche, niederländische und italienische Meisterwerke vereint. Die Graphische Sammlung ist zwar nicht ständig zugänglich, kann aber zu Forschungszwecken besichtigt werden.
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