Salamanca

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20 Ziele

Salamanca ist eine Stadt, die Geschichte atmet. Ihre Steine erzählen von Römern, die hier eine Brücke bauten, von Studenten, die in den Sälen der ältesten Universität Europas disputierten, und von Künstlern, die in den Gassen der Altstadt ihre Spuren hinterließen. Die Kathedralen, Paläste und Klöster bilden ein lebendiges Archiv der spanischen Geschichte, während Plätze und Cafés den Geist der Begegnung bewahren. Wer durch Salamanca geht, wandelt auf den Spuren von Königen, Gelehrten und Pilgern – eine Reise durch die Jahrhunderte, die mit jedem Schritt greifbarer wird.

Zwei Kathedralen, ein Platz

Die Plaza Mayor ist das Herz Salamancas, ein Meisterwerk des churrigueresken Barock, das seit 1755 den Mittelpunkt der Stadt bildet. Ihre symmetrischen Arkaden und die Porträts spanischer Könige an der Ostseite spiegeln den Stolz der Stadt wider. Gleich daneben erhebt sich das Ensemble der beiden Kathedralen: die Alte Kathedrale mit ihrem romanisch-frühgotischen Kreuzgang und der mächtigen Vierung, die seit dem 12. Jahrhundert Zeugin der Reconquista war, und die Neue Kathedrale, die ab 1513 als monumentale Bischofskirche entstand. Beide gehören seit 1988 zum UNESCO-Welterbe und zeigen in ihren Stilen den Wandel der Jahrhunderte. Wer hier steht, blickt auf fast tausend Jahre Architekturgeschichte.

Brücke, Fluss und Legende

Die römische Brücke über den Tormes ist eines der ältesten Bauwerke der Stadt und prägt noch immer ihr Wappen. Fünfzehn ihrer ursprünglich 26 Bögen stammen aus der Zeit zwischen 27 v. Chr. und 79 n. Chr., als die Römer hier die Handelsstraße Vía de la Plata sicherten. Seit dem Mittelalter trotzte sie Hochwassern wie der „Ríada de los Difuntos“ von 1256, die elf neue Bögen erforderte. Heute ist sie nur noch Fußgängern vorbehalten und verbindet das historische Zentrum mit der anderen Flussseite. An ihrem westlichen Ende thront der steinerne Stier, ein weiteres Symbol Salamancas.

Paläste und ihre Geschichten

Der Palacio de Monterrey, unvollendet geblieben, ist ein Zeugnis des spanischen Platereskenstils und des Repräsentationswillens des Adels im 16. Jahrhundert. Auftraggeber Alonso de Zúñiga y Acevedo ließ ihn 1539 errichten, doch erst im 20. Jahrhundert wurde er zum Vorbild für neoplatereske Architekten. Nur wenige Schritte entfernt steht die Casa de las Conchas, deren Fassade mit über 300 Jakobsmuscheln geschmückt ist – ein Zeichen der Pilgerschaft nach Santiago de Compostela. Heute beherbergt sie eine öffentliche Bibliothek. Noch älter ist die Casa de los Abarca, ein gotisch-renaissancezeitlicher Palast, der seit 1946 als Museum für Regionalgeschichte dient. Seine markanten Türme prägen das Bild der Altstadt.

Klöster und ihre Geheimnisse

Das Kloster San Esteban, eine Dominikaneranlage aus dem 16. Jahrhundert, beeindruckt mit seinem goldenen Retabel von José de Churriguera und dem Kreuzgang der Könige. Hier ruhen Gelehrte wie Francisco de Vitoria, der die Schule von Salamanca prägte. Weniger bekannt, aber ebenso sehenswert ist das Convento de las Dueñas, dessen Kreuzgang mit plateresken Skulpturen und Medaillons verziert ist. Die Kirche Sancti Spiritus verbindet gotische Strukturen mit prunkvoller Plateresken-Dekoration und erinnert an die Verbindung von Religion und Kunst. La Clerecía, ein ehemaliges Jesuitenkolleg, besticht durch seine barocke Pracht: Die Fassade zeigt Reliefs des Heiligen Geistes, während die Kirche mit einer monumentalen Kuppel und vergoldeten Altären aufwartet.

Bildung und Kultur

Die Universität Salamanca, eine der ältesten Europas, geht auf eine Domschule aus dem Jahr 1174 zurück. Das Colegio de Arzobispo Fonseca, gegründet 1519 für galicische Studenten, ist das einzige erhaltene Universitätskolleg der Stadt. Heute beherbergt es Postgraduierte und veranstaltet im Sommer Konzerte und Theateraufführungen. Der Palacio de Anaya, einst das älteste Colegio Mayor, dient heute als Fakultät für Sprachen der Universität. Sein neoklassizistischer Innenhof mit Rundsäulen und offener Galerie lädt zum Verweilen ein. In der Nähe zeigt das Museo de Art Nouveau y Art Déco in der Casa Lis eine der bedeutendsten Sammlungen Europas für dekorative Kunst des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Fußball, Stierkampf und Kaffeehauskultur

Das Estadio Helmántico in Villares de la Reina war bis 2013 die Heimstätte des UD Salamanca und Schauplatz von Länderspielen wie dem 3:0 gegen die Türkei 1971. Heute nutzt der CF Salmantino UDS die Arena. Die Plaza de Toros de La Glorieta, 1893 eröffnet, ist eine der größeren Stierkampfarenen Spaniens und besticht durch ihren klassizistischen Baustil. Im Gegensatz dazu steht das Café Novelty, das 1905 eröffnete Kaffeehaus am Plaza Mayor. Es war Treffpunkt von Intellektuellen wie Miguel de Unamuno und José Ortega y Gasset und bewahrt bis heute den Charme vergangener Zeiten.

Erinnerung und Aufarbeitung

Das Archivo General de la Guerra Civil Española sammelt Dokumente zum spanischen Bürgerkrieg und dient der Aufarbeitung der franquistischen Zeit. Die Bestände umfassen Material aus den 1930er bis 1970er Jahren und bieten Einblicke in die Geschichte der Freimaurerei und der Opfer des Bürgerkriegs. Die Ausstellung im Archiv und das Online-Portal ermöglichen Recherchen zu Schicksalen und kooperieren mit anderen Archiven wie dem in Alcalá de Henares. Ein Ort der Erinnerung, der zum Nachdenken über die Vergangenheit anregt.

Alle Ziele auf der Karte
Neue Kathedrale von Salamanca

Neue Kathedrale von Salamanca

Salamanca

Estadio Helmántico

Estadio Helmántico

Villares de la Reina

Alte Kathedrale von Salamanca

Alte Kathedrale von Salamanca

Salamanca

Plaza Mayor

Plaza Mayor

Salamanca

Casa de las Conchas

Casa de las Conchas

Salamanca

Kirche und Kloster San Esteban

Kirche und Kloster San Esteban

Salamanca

Convento de las Dueñas

Convento de las Dueñas

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Palacio de Monterrey

Palacio de Monterrey

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puente romano de Salamanca

puente romano de Salamanca

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iglesia de Sancti Spiritus

iglesia de Sancti Spiritus

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