Westhoffen liegt im Unterelsass am Rand der fruchtbaren Mossig-Ebene, nur wenige Kilometer von der elsässischen Weinstraße entfernt. Der Ort breitet sich am Fuß des 366 Meter hohen Geiersteins aus und wird von zwei kleinen Bächen durchzogen, die sich später in die Mossig ergießen. Nachbarorte sind im Norden Wasselonne und im Süden Balbronn, während Molsheim etwa neun Kilometer entfernt liegt.
Erstmals erwähnt wird der Ort im Jahr 739 unter dem Namen Westhoue. Im Mittelalter gehörte Westhoffen zum Herrschaftsgebiet der Herren von Lichtenberg, die es 1302 als Reichslehen erhielten. 1332 erhielt der Ort Stadtrechte nach Hagenauer Vorbild, doch nach Plünderungen und Missernten drohte die Aufgabe der Siedlung. Ein Darlehen des Landesherrn ermöglichte den Wiederaufbau. Durch Erbfolge gelangte Westhoffen später an die Grafen von Hanau-Lichtenberg, die 1545 die Reformation einführten.
Heute prägen historische Bauwerke wie die evangelische Kirche, die katholische Martinskirche und die ehemalige Synagoge mit jüdischem Friedhof das Bild. Ein besonderes Zeugnis der Vergangenheit ist das Sandsteinhaus der Gerberei Bury aus dem 17. Jahrhundert. Persönlichkeiten wie der Lehrer Gustav Kron und der Widerstandskämpfer Victor Nessmann, nach dem ein Platz benannt ist, erinnern an dunkle Kapitel der Geschichte. Die Gemeinde bewahrt zudem eine traditionelle Weinkelter, die den Weinbau der Region widerspiegelt.