Thiers liegt im Département Puy-de-Dôme, eingebettet in die hügelige Landschaft der Auvergne. Der Fluss Durolle durchzieht die Stadt und mündet hier in die Dore. Umgeben ist Thiers von Nachbarorten wie Paslières und Saint-Rémy-sur-Durolle, während sich im Süden die Ausläufer des Regionalen Naturparks Livradois-Forez erstrecken.
Die Wurzeln der Stadt reichen bis in die gallische Zeit zurück, doch ihre frühe Geschichte war von Zerstörung und Wiederaufbau geprägt. Nach der Zerstörung einer Siedlung am linken Durolle-Ufer durch die Franken entstand die heutige Altstadt auf dem rechten Flussufer. Der Aufstieg zur Blütezeit begann mit der Messerschmiedekunst, die vermutlich von Kreuzrittern aus dem Orient eingeführt wurde. Im 14. Jahrhundert ließen sich die ersten Schmiede nieder und nutzten die Kraft des Durolle für ihre Hämmer. Bald exportierte Thiers seine Erzeugnisse nach Spanien und Italien und wurde reich.
Heute prägen mittelalterliche Fachwerkhäuser und historische Bauwerke das Bild der Stadt. Die romanische Kirche St-Genès mit ihrer prächtigen Vorhalle und dem Wandgrab ist ebenso sehenswert wie das Schloss La Chassaigne mit seinem Garten. Das Musée de la Coutellerie und die Maison des Coutelliers zeigen die jahrhundertealte Tradition der Messerherstellung. Thiers ist auch für seine zeitgenössische Kunstszene bekannt, etwa durch das Museum Le Creux de l’Enfer in einer alten Messerfabrik. Persönlichkeiten wie die Journalistin Claire Chazal oder der Bergsteiger Patrick Berhault stammen von hier.