Rocamadour liegt versteckt in einer steilen Felsklippe im trockenen Tal des Flusses Alzou, etwa 260 Meter über dem Meeresspiegel. Der Ort befindet sich im Norden des Regionalparks Causses du Quercy, wo die historischen Landschaften Quercy und Périgord aufeinandertreffen. Das Klima ist mild und regnerisch, mit seltenen Frösten und jährlichen Niederschlägen von rund 965 Millimetern.
Der Name des Ortes geht auf den heiligen Amadour zurück, einen Eremiten, der sich einst an den Felsen flüchtete. Die Legenden um ihn vermischen sich mit christlichen Überlieferungen, etwa als Zöllner Zachäus oder Begleiter der heiligen Veronika. Im 12. Jahrhundert entdeckte man einen unverwesten Leichnam, den man für den Eremiten hielt, woraufhin sich der Ruf als Wallfahrtsort verbreitete. Urkundlich erwähnt wurde Rocamadour erstmals 968, als das Gebiet an die Benediktiner von Tulle fiel. Die Wallfahrt zur schwarzen Madonna zog im Mittelalter Pilger aus ganz Europa an, darunter Könige und Heilige, die hier Buße taten oder Vergebung suchten.
Rocamadour gliedert sich in drei Ebenen: unten das mittelalterliche Dorf mit seinen Häusern an den Felshängen, in der Mitte die heilige Stadt mit sieben Kirchen und Kapellen, darunter die berühmte Marienkapelle und die Basilika Saint-Sauveur, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Oben thront eine Burg aus dem 14. Jahrhundert. Ein Museum zeigt sakrale Kunst, und ein Zentrum für geistliche Musik bietet Konzerte. Der Ort ist auch für seinen Ziegenkäse bekannt, der den Namen trägt. Berühmte Besucher wie der Komponist Francis Poulenc oder der Philosoph Raimundus Lullus hinterließen Spuren, und die Tour de France führte bereits zweimal durch die steilen Gassen.