Pérouges liegt auf einem Hügel zwischen der Landschaft Dombes und dem Aintal, etwa dreißig Kilometer nordöstlich von Lyon. Südöstlich reicht das Gemeindegebiet bis nahe an den Fluss Ain heran. Die mittelalterlichen Straßen und Häuser des Ortes wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts restauriert und ziehen heute viele Besucher an. Pérouges gehört zu den als „schönste Dörfer Frankreichs“ ausgezeichneten Orten.
Der Name deutet auf eine Gründung durch gallische Siedler hin, die aus der italienischen Kolonie Perugia zurückkehrten. Im Jahr 1167 widerstand der Seigneur d’Anthon einem Angriff des Erzbischofs von Lyon. 1236 erhielt Pérouges kommunale Freiheiten. Nach der Eingliederung in das französische Königreich 1601 blühte vor allem die Textilproduktion bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im folgenden Jahrhundert verließen viele Einwohner den Ort, bis die Einwohnerzahl auf wenige hundert sank. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Wiederherstellung der historischen Bausubstanz.
Heute ist Pérouges ein beliebter Schauplatz für kulturelle Veranstaltungen wie Ritterspiele oder das Musikfestival „Le Printemps de Pérouges“. Die mittelalterliche Atmosphäre machte den Ort auch zu einer Filmkulisse für Produktionen wie „Monsieur Vincent“, „Die drei Musketiere“ oder „Fanfan, der Husar“.