Passy liegt in den Savoyer Alpen, am nördlichen Hang des breiten Talbeckens von Sallanches, das von der Arve durchflossen wird. Die Gemeinde erstreckt sich auf einer Höhe von 685 Metern und reicht von den sonnenexponierten Hängen über das Kalkplateau des Désert de Platé bis zu den höchsten Gipfeln wie dem Buet mit 2880 Metern. Ein bedeutender Teil des Gemeindegebiets gehört zum Naturreservat Sixt-Passy, während der Talboden von Siedlungen wie Chedde und Le Fayet geprägt ist.
Erste Spuren menschlicher Besiedlung finden sich aus der Bronzezeit und Römerzeit, doch urkundlich erwähnt wird Passy erst im frühen 15. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einem heilklimatischen Kurort mit Sanatorien, darunter das berühmte Sanatorium Sancellemoz, wo die Nobelpreisträgerin Marie Curie starb. Eine tragische Naturkatastrophe ereignete sich 1970, als eine Schlammlawine das Sanatorium Le Roc des Fiz zerstörte.
Die Gemeinde beherbergt sehenswerte Bauwerke wie die Dorfkirche aus dem 18. Jahrhundert und die künstlerisch bedeutende Kirche Notre-Dame-de-Toute-Grâce in Assy. Wirtschaftlich war Passy lange von Landwirtschaft geprägt, heute dominieren Industrie und Gewerbe, besonders in Chedde. Verkehrlich ist der Ort durch die Autobahn A40, eine Bahnstrecke und die Zahnradbahn Tramway du Mont-Blanc gut angebunden.