Südlich von München erstreckt sich die Gemeinde Oberhaching in einer Landschaft, die vom Gleißental geprägt ist. Dieses Tal entstand in der Eiszeit als glaziale Abflussrinne und wurde später vom Hachinger Bach durchflossen. Geologisch fällt der Ort durch Nagelfluh auf, ein hartes Gestein, das einst die Fundamente der Münchner Frauenkirche lieferte. Im Osten grenzt Oberhaching an Taufkirchen und Unterhaching, im Süden an Sauerlach und Straßlach-Dingharting. Die Gemeinde umfasst mehrere Gemeindeteile wie Deisenhofen und Furth, die heute eine geschlossene Siedlung bilden.
Die Wurzeln des Ortes reichen bis in die Steinzeit zurück, wie Funde am Kyberg belegen. Später siedelten hier Kelten, Bajuwaren und Römer, deren Spuren sich in Schanzen und einer alten Handelsstraße finden. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 806, als ein Abt dem Kloster Schäftlarn Land schenkte. Im Mittelalter entwickelte sich Oberhaching zu einem lokalen Zentrum, verlor diese Bedeutung jedoch mit dem Aufstieg Münchens. Die Eisenbahn ab 1856 brachte den entscheidenden Wandel vom Bauerndorf zum Münchner Vorort.
Heute prägen historische Bauwerke wie die romanische Kirche St. Stephan und das Wagnerhaus das Bild. Ein besonderes Ereignis ist der Stephaniritt, der seit 1978 jährlich am 26. Dezember stattfindet. Die Kugler Alm, einst eine Bahnarbeiter-Verpflegung, ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Die gute Verkehrsanbindung nach München macht Oberhaching auch für Pendler und Prominente attraktiv, darunter Unternehmer und Künstler.