Niesky liegt in der Oberlausitz im Landkreis Görlitz, umgeben von sanften Wiesen und Feldern. Die Stadt ist in fünf Ortsteile gegliedert, darunter Kosel und Stannewisch im Norden, Ödernitz im Südosten sowie See im Westen. Nachbarorte sind unter anderem Rietschen und Hähnichen, die im Uhrzeigersinn an Niesky grenzen. Mit rund 9.200 Einwohnern zählt sie zu den kleinsten Städten Sachsens mit dem Status einer Großen Kreisstadt.
Gegründet wurde Niesky 1742 als Kolonie der Herrnhuter Brüdergemeine durch böhmische Exulanten, die aus Glaubensgründen ihre Heimat verlassen hatten. Sie fanden zunächst auf dem Rittergut Trebus eine neue Heimat, bevor die Siedlung unter dem Namen „niedrig“ bekannt wurde – eine Anspielung auf die flache Landschaft und die bescheidene Haltung der Glaubensgemeinschaft. Die Brüdergemeine prägte das Leben in Niesky durch Handwerk, Gewerbe und Bildung, etwa durch eine bekannte Schule. Im Zweiten Weltkrieg entstand hier ein Außenlager des KZ Groß-Rosen, an das heute ein Gedenkstein erinnert.
Das Herz der Stadt bildet der denkmalgeschützte Zinzendorfplatz, dessen Gestaltung an die Schlossanlage Pillnitz erinnert. Hier steht auch das erste Haus der Stadt, heute Heimatmuseum. Ein weiteres Wahrzeichen ist das Konrad-Wachsmann-Haus, ein einzigartiges Holzgebäude des Architekten, das heute als Museum und Veranstaltungsort dient. Die Stadt ist zudem Sitz der Superintendentur des Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz und pflegt Partnerschaften mit Städten in Frankreich, Polen und Tschechien.