Marlow liegt im Westen Mecklenburg-Vorpommerns, wo die Recknitz ein breites Tal in die Landschaft schneidet. Die Stadt breitet sich am Übergang zwischen diesem Tal und den sanften Hügeln einer Endmoräne aus, deren höchste Punkte über fünfzig Meter erreichen. Das Recknitztal selbst liegt knapp über dem Meeresspiegel und ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Nur etwa 25 Kilometer entfernt beginnt die Ostsee mit dem Strand von Dierhagen. Marlow trägt den Beinamen „Klein-Thüringen“ wegen seiner windungsreichen, schmalen Straßen und der hügeligen Umgebung.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in das neunte Jahrhundert zurück, als hier eine slawische Hofburg stand. Im zwölften und dreizehnten Jahrhundert entwickelte sich Marlow zum wichtigen Vorort der nördlichen Wilzenstämme und diente als Grenzburg gegen Pommern. Später wurde die Vogtei nach Bad Sülze verlegt, doch der Ort blieb als „salina de Marlowe“ in Erinnerung. Die Stadtrechte erhielt Marlow vermutlich Ende des dreizehnten Jahrhunderts, auch wenn die erste urkundliche Erwähnung als Städtchen bereits 1298 erfolgte. Als kleine Landstadt blieb Marlow lange ohne größere Bedeutung und wechselte mehrfach den Besitzer, darunter dänische Könige und mecklenburgische Adelsfamilien.
Heute prägen vor allem das neogotische Rathaus und ein altes Fachwerkhaus das Stadtbild. Das Rathaus mit seinen spitzbogigen Fenstern und Ziertürmchen wurde 1862 bezogen. Das Fachwerkhaus diente einst als Schule und Küsterhaus und steht noch immer. Die Stadt ist umgeben von mehreren Ortsteilen mit historischen Gutshäusern, die von wechselnden Adels- und Bürgerfamilien geprägt wurden. Trotz seiner bescheidenen Größe ist Marlow ein kulturelles Zentrum für die umliegende Region.