Malchin liegt in einer Senke an der Peene, zwischen zwei großen Seen: dem Malchiner See und dem Kummerower See. Die Stadt ist über Kanäle mit beiden Gewässern verbunden und von der waldreichen Mecklenburgischen Schweiz umgeben, deren Hügel in den nordwestlichen Ortsteilen über 120 Meter erreichen. Als Grundzentrum prägt sie das Umland in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Stadt geht auf eine slawische Fischersiedlung zurück, die erstmals 1215 als Malekin erwähnt wurde. Im 13. Jahrhundert erhielt sie durch Nikolaus von Werle planmäßig ein rasterförmiges Straßennetz und 1236 das Stadtrecht. Prägend waren Kriege wie der Dreißigjährige oder der Nordische Krieg, in denen Malchin mehrfach geplündert und zerstört wurde. Dennoch blieb sie ein wichtiger Ort für Landtage, die hier bis 1916 abwechselnd mit Sternberg stattfanden.
Malchin bewahrt mittelalterliche Spuren wie das Kalensche Vortor oder den Fangelturm, während die Stadtkirche St. Maria und St. Johannes nach einem Brand im 14. Jahrhundert neu als gotische Basilika entstand. Die Gründerzeit brachte Industrie, Infrastruktur und Bauten wie den Wasserturm oder das Kaiserliche Postamt. Persönlichkeiten wie der Erfinder Siegfried Marcus oder der Karikaturist Otto Marcus stammen aus der ehemaligen jüdischen Gemeinde, die im 18. Jahrhundert entstand und später schrumpfte.