Luçon liegt in der flachen Landschaft der Vendée, nur etwa zehn Meter über dem Meeresspiegel und rund 22 Kilometer vom Atlantik entfernt. Die Stadt ist eingebettet in den Regionalen Naturpark Marais Poitevin und wird von der Eisenbahnlinie zwischen Nantes und Bordeaux erschlossen. In ihrer Umgebung erstrecken sich weite Felder, die einst durch die Arbeit von Mönchen urbar gemacht wurden.
Die Geschichte Luçons beginnt mit einem Kloster, das der heilige Philibert im siebten Jahrhundert nahe dem Meer gründete. Im Mittelalter entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum, nachdem Mönche durch Entwässerung fruchtbares Land gewannen. Die Ernennung zum Bischofssitz im Jahr 1317 markierte den Aufstieg zu einem geistigen Zentrum, das selbst die Wirren der Hugenottenkriege überstand.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild der Stadt, darunter die Kathedrale aus dem elften Jahrhundert und der benachbarte Bischofspalast. Parks wie der Jardin Dumaine laden zum Verweilen ein, während barocke Kapellen und ein ehemaliges Schloss aus dem 17. Jahrhundert von der bewegten Vergangenheit zeugen. Persönlichkeiten wie der spätere Kardinal Richelieu oder der Schriftsteller François Bon haben hier ihre Spuren hinterlassen.