Liw liegt in der Masowischen Tiefebene, wo sich der Fluss Liwiec durch das flache Land schlängelt. Das Dorf gehört zum Powiat Węgrów und ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Gmina. Die Landschaft ist geprägt von weiten Feldern und sanften Hügeln, die einst die Grenze zum Großfürstentum Litauen markierten.
Die Geschichte des Ortes reicht bis ins frühe Mittelalter zurück, als hier eine Burg zum Schutz einer Furt über den Liwiec entstand. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1304, als der masowische Herzog Bolesław II. über den Ort herrschte. Liw entwickelte sich zu einem wichtigen Handelszentrum mit Markt und Messen, bevor es 1537 endgültig an das Königreich Polen fiel. Kriege und Teilungen Polens setzten dem Ort jedoch schwer zu, bis er 1866 nach dem Januaraufstand seinen Stadtrechtsstatus verlor und zum Dorf herabgestuft wurde.
Heute ist Liw vor allem für die Ruine der gotischen Burg bekannt, die einst von den masowischen Fürsten errichtet wurde. Daneben prägt eine neogotische Kirche aus den Jahren 1905 bis 1907 das Ortsbild. Ein historischer Höhepunkt war die Schlacht von Liw während des Novemberaufstands, als polnische Aufständische die russischen Truppen zurückdrängten. Die Erinnerung an die jüdische Gemeinde des Ortes lebt in Archiven und Projekten wie dem *Virtual Shtetl* weiter.