Węgrów liegt in Masowien an der Liwiec, einem Fluss, der später in den Bug mündet. Die Stadt ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Powiats und umgibt sich mit der Gmina Liw. Mit ihrer Fläche von etwa 35 Quadratkilometern beherbergt sie eine kleine, aber lebendige Gemeinschaft.
Erstmals taucht der Ort im frühen 15. Jahrhundert in den Aufzeichnungen auf und erhielt wenig später das Stadtrecht. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich Węgrów zu einem wichtigen Zentrum protestantischer Strömungen wie Calvinismus und Sozinianismus, bis politische und religiöse Spannungen die Gemeinden vertrieben. Später prägten Magnaten wie Jan Kazimierz Krasiński die Stadt, die ein katholisches Kloster gründete und protestantische Einrichtungen unterdrückte. Nach wechselnden Herrschaften unter Österreich, dem Herzogtum Warschau und schließlich dem russischen Kongresspolen blieb Węgrów ein Schauplatz historischer Umbrüche.
Heute ist die Stadt vor allem für ihre bewegte Vergangenheit bekannt. Persönlichkeiten wie der Theologe Petrus Gonesius oder der lutherische Prediger Martin Oloff hinterließen hier Spuren. Das von Krasiński gegründete Franziskanerkloster zählt zu den markanten Bauwerken, während die Liwiec mit ihrer malerischen Flusslandschaft die Umgebung prägt.