Liverdun liegt in einer Moselschleife im Département Meurthe-et-Moselle, etwa auf halber Strecke zwischen Nancy und Toul. Die Stadt gliedert sich in eine Oberstadt auf einem Kalksteinfelsen und eine Unterstadt im Tal, umgeben von ausgedehnten Wäldern. Die Mosel ist hier kanalisiert, doch der Ort bewahrt seine historische Flusslage. Verkehrlich ist Liverdun durch die Departementsstraßen D 90 und D 908 angebunden, während die Eisenbahnlinie Paris–Strasbourg mit einem Haltepunkt bedient wird. Der Fernwanderweg GR 5 führt durch das Gemeindegebiet.
Die Wurzeln Liverduns reichen bis in keltische und römische Zeit zurück, wie Funde von Münzen und Überresten belegen. Der Name deutet auf eine befestigte Siedlung hin, abgeleitet von „Liber“ und „dunum“. Im Mittelalter wurde der Ort zur Zitadelle ausgebaut, besonders unter Bischof Pierre de Brixey, der 1182 eine Burg und 1184 die Stiftskirche Saint-Euchaire errichten ließ. Die Stadt erhielt Stadtrecht und das Recht zur Münzprägung. Im 15. Jahrhundert wurde Liverdun mehrfach belagert und zerstört, doch blieb es ein politisch bedeutender Ort. Nach der Französischen Revolution verlor es an Einfluss, erlebte aber durch den Marne-Rhein-Kanal und die Eisenbahn einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Heute prägen die Überreste der mittelalterlichen Befestigungen das Bild Liverduns, darunter die Porte-Haute und zwei Türme aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Die Stiftskirche Saint-Euchaire mit den Reliquien des heiligen Eucharius ist ein zentraler Ort. Die Stadt verbindet ihre historische Vergangenheit mit einer waldreichen Umgebung, die zum Wandern einlädt.