Nancy liegt im Nordosten Frankreichs, eingebettet zwischen bewaldeten Hügelketten in einem halben Talkessel, der sich nach Nordwesten öffnet. Die Stadt wird von mehreren Flüssen durchzogen, darunter die Meurthe, die ihre östliche Grenze bildet, sowie die Mosel und der Rhein-Marne-Kanal in der Nähe. Mit ihrer Lage etwa 120 Kilometer westlich von Straßburg und 50 Kilometer südlich von Metz ist sie ein wichtiger Knotenpunkt in der Region.
Die Wurzeln der Stadt reichen bis in die Eisenzeit zurück, doch ihre eigentliche Gründung erfolgte um das Jahr 1050 durch den Grafen Gerhard, Herzog von Lothringen, der hier eine Burg namens Nanciacum errichten ließ. Im Mittelalter wurde Nancy zur Hauptstadt des Herzogtums Lothringen und erlebte unter den Herzögen Anton und Karl III. seine Blütezeit, als im Süden die planmäßig angelegte Neustadt entstand. Die Stadt war Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse, darunter die Schlacht von 1477, in der Karl der Kühne scheiterte, sowie die Nancy-Affäre während der Französischen Revolution.
Nancy besticht durch sein architektonisches Erbe, das von der mittelalterlichen Altstadt bis zur barocken Neustadt reicht. Besonders hervorzuheben ist die Place Stanislas, ein UNESCO-Welterbe, das mit seinen prächtigen Bauten, Schmuckgittern und Brunnen als Meisterwerk des aufgeklärten Städtebaus gilt. Die Stadt beherbergt zudem bedeutende Museen wie das Musée lorrain und das Musée de l’École de Nancy, das dem regionalen Jugendstil gewidmet ist. Mit ihrer lebendigen Kultur, den grünen Parkanlagen und der historischen Bedeutung als ehemalige Residenzstadt der Herzöge von Lothringen bleibt Nancy ein kulturelles und historisches Zentrum der Region.