Lectoure liegt in der sanften Hügellandschaft der Lomagne, hoch über dem Fluss Gers, etwa auf halber Strecke zwischen Toulouse und Agen. Die Stadt zählt einige tausend Einwohner und ist geprägt von einem gemäßigten bis warmen Klima, das sowohl vom Atlantik als auch von den Pyrenäen beeinflusst wird. Ihre Geschichte reicht bis in die Antike zurück, als sie unter dem Namen Lactorates Hauptstadt einer römischen Provinz war und als Zentrum des Kybele-Kults diente.
Schon in der Steinzeit besiedelt, erlebte Lectoure unter römischer Herrschaft eine Blütezeit mit Handwerk, Handel und religiöser Bedeutung. Nach Zerstörungen durch Westgoten und späteren Wiederaufbau wurde sie zur Hauptstadt der Lomagne und erlebte im Mittelalter und der frühen Neuzeit weitere Konflikte, etwa während der Religionskriege. Wirtschaftlich lebte die Stadt lange vom Färberwaid, später von Melonen und Knoblauch, während sie heute ein breites Spektrum an Handwerk, Landwirtschaft und Dienstleistungen bietet.
Die Stadt besticht durch ihr malerisches Zentrum mit Fachwerkhäusern und Villen, historischen Brunnen und einer ehemaligen Kathedrale, die Zeugnis ihrer langen Geschichte ist. Besonders sehenswert sind der Diana-Brunnen, das ehemalige Bischofspalast-Rathaus mit Porträts berühmter Persönlichkeiten und das Archäologische Museum mit Funden aus gallo-römischer Zeit. Lectoure ist zudem ein Etappenziel des Jakobswegs und pflegt eine Partnerschaft mit Saint-Louis im Elsass.