Le Quesnoy liegt in der flachen Landschaft Nordfrankreichs, wo das Flüsschen Rhonelle durch sanfte Hügel fließt. Eingebettet zwischen den größeren Orten Valenciennes und Maubeuge, wird die Stadt von kleinen Nachbardörfern wie Orsinval im Norden oder Villereau im Osten umgeben. Ihre historische Bedeutung verdankt sie der Lage an einer alten Handelsroute, die schon früh militärische und politische Aufmerksamkeit auf sich zog.
Die Wurzeln der Stadt reichen ins Mittelalter zurück, als Graf Balduin IV. hier eine Burg errichten ließ, die bis ins 15. Jahrhundert den Grafen von Hennegau als Residenz diente. Berühmt wurde der Ort durch die Hochzeit von Balduin V. mit Margarete von Flandern, zu der sogar Kaiser Friedrich Barbarossa anreiste. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte Le Quesnoy mehrfach die Herrschaft: von den Wittelsbachern zu Burgund, dann zu Frankreich und schließlich zu den Habsburgern, bis es 1654 endgültig französisch wurde. Die Festungsanlagen, die unter Ludwig XIV. von Vauban verstärkt wurden, zeugen noch heute von dieser bewegten Vergangenheit.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild der Stadt: der Belfried als Rathaus, die gotische Kirche Mariä Himmelfahrt und die Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer. Ein besonderes Denkmal erinnert an die Befreiung durch neuseeländische Truppen im Ersten Weltkrieg, zu deren Ehren sogar eine Städtepartnerschaft besteht. Auch die Spuren der Grafen von Hennegau sind noch sichtbar, etwa in der ehemaligen Residenz Margaretes von Burgund. Wirtschaftlich spielt vor allem die Getränkeindustrie eine Rolle, während die Umgebung mit ihrer ruhigen Flusslandschaft zum Verweilen einlädt.