Łańcut liegt im Südosten Polens, in der Region Karpatenvorland, und ist Teil des gleichnamigen Landkreises. Die Stadt breitet sich in einer flachen Landschaft aus, durch die der Fluss Wisłok fließt. Im Westen ist Rzeszów nur etwa fünfzehn Kilometer entfernt, während Przeworsk im Osten liegt. Die Stadt zählt zu den größeren Orten der Woiwodschaft und hat eine lange Tradition als regionales Zentrum.
Die Gründung der Stadt geht auf das 14. Jahrhundert zurück, als König Kasimir der Große das Gebiet eroberte und an den Ritter Otto von Pilcza übergab. Dieser gründete Łańcut und siedelte dort deutsche Kolonisten an, die dem Ort zeitweise den Namen Landshut gaben. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Stadt mehrfach von Tataren überfallen, und ein großer Brand zerstörte 1820 weite Teile. Das heutige Schloss entstand zwischen 1629 und 1642 und wurde später mehrfach umgebaut.
Łańcut ist vor allem für seinen prächtigen Schlosskomplex bekannt, der ein Museum, einen Park, eine Orangerie und eine historische Synagoge umfasst. Jährlich findet hier ein bedeutendes Musikfestival statt, das auf eine Initiative aus den 1970er Jahren zurückgeht. Die Stadt beherbergt zudem mehrere Friedhöfe und eine barocke Kirche. Persönlichkeiten wie der Pianist Theodor Leschetizky oder der Marschall Józef Piłsudski haben hier gewirkt oder wurden hier geboren.